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Druckersteuerung mit Joystickmodul

von Mario Leubner

Welcher KC-Besitzer hat nicht schon bedauert, daß sein Computer von Haus aus über keine Centronics-Schnittstelle für den Anschluß eines Druckers verfügt. In /1/ wurde eine Möglichkeit vorgestellt, die den Expansionsbus des Computers nutzt. Das ist aber nur solange geeignet, wie kein Floppy benutzt wird. Andere Versionen benutzen das Modul M001 (Digital-In-Out) oder Eigenbau-Module mit PIO-Schaltkreis. Da aber die Modulsteckplätze des KC schnell vergeben sind, ist entweder vor dem Drucken ein Modulwechsel nötig oder man muß auf andere Module verzichten. Die von mir heute vorgestellte Lösung gestattet mit einem einzigen Modul die Erledigung von zwei Aufgaben. Voraussetzung ist das Vorhandensein eines Joystickmoduls M008.

Die Idee

Hauptkomponente des M008 ist ein PIO-Schaltkreis U855D (oder Z80-PIO). Über 6 Anschlüsse des Port A wird damit eine Joystickabfrage durchgeführt. Ein PIO hat aber bekanntlich 2 Ports mit je 8 Anschlüssen. Da bleiben genau 8 Daten- und 2 Steuerleitungen übrig, die für die Minimalkonfiguration der Centronics-Schnittstelle benötigt werden.

Mit diesen Gedanken öffnete ich mein Modul und mußte mit Freude feststellen, daß der Hersteller beim Entwurf des Moduls wahrscheinlich ähnliche Gedanken hatte. Das Modul ist bereits für eine solche Funktion vorbereitet und enthält auf der Leiterplatte alle nötigen Leiterzüge und Bohrungen zur Aufnahme der zusätzlichen Bauelemente. Weitere Nachforschungen ergaben, daß ein Modul "Joystick+Centronics" mit der Bezeichnung M021 geplant war. Ob ein solches Modul jemals in Mühlhausen gebaut wurde, ist mir nicht bekannt. Wenn es User gibt, die ein Original-M021 ihr Eigen nennen können, dann würde ich mich freuen, mit ihnen in Kontakt zu treten. Mich interessieren vor allem die dazu angebotenen Treiberprogramme.

Die zur Nachrüstung erforderlichen Bauelemente gehen aus der Leiterführung und Anschlußbelegung fast eindeutig hervor. Lediglich beim Treiber der Steuerleitungen BUSY und /STROBE ist es theoretisch möglich, TTL-Schaltkreise mit und ohne Negation einzusetzen, also DL000 (NAND-Gatter) oder DL008 (AND-Gatter). Ich entschied mich für den DL000. Durch Nachfrage bei Herrn Günther Drechsel, der ja noch Restbestände an KC-Hardware bietet, habe ich erfahren, daß das M021 mit DL008 aufzubauen ist. Aus diesem Grund habe ich mein Modul nochmals umgebaut und auch die Treiber umgeschrieben. Das nach der folgenden Anleitung erweiterte M008 ist also kompatibel zum Original-M021.

Der Umbau des M008

Sollte es Besitzer eines M021-Moduls geben, so können sie diesen Abschnitt überlesen und sich gleich mit der Software weiter beschäftigen.

Die Nachrüstung des Moduls ist denkbar einfach. Bild 1 (am Ende des Beitrages) zeigt den Bestückungsplan der Modul-Leiterplatte. Die neuen Bauelemente müssen nur an die entsprechenden Stellen eingelötet werden. Sind sämtliche Lötarbeiten ausgeführt, muß nur noch in die Frontplatte die neue Aussparung für die Centronics-Buchse eingebracht werden. Nun kann man das Modul wieder zusammenbauen und ausprobieren.

Benötigt wird folgendes Material:

1 * Schaltkreis DL008D (74LS08)
1 * Schaltkreis DL541D (74LS541) oder 74LS244
1 * Stützkondensator (47 bis 100nF)
1 * 25-polige SUB-D-Buchsenleiste mit abgewinkelten Anschlüssen

Zur Schaltung

Leider besitze ich keinen Original-Schaltplan vom M008 oder M021, so daß ich nur den interessierenden Schaltungsteil in Bild 2 wiedergeben will. Der Treiberschaltkreis DL541 verstärkt die acht Datensignale des PIO-Port B und gibt sie ohne Negation auf den 25-poligen Steckverbinder X2. Die beiden Freigabesignale OE1 und OE2 liegen auf Masse und schalten den Treiber ständig durch. Das BUSY-Signal gelangt über ein Gatter des DL008 an Bit 6 des PIO-Port A. Ein weiteres Gatter gibt das Bit 7 des PIO-Port A als /STROBE-Signal zu X2.

Die Druckersteuerung erfolgt nur über die beiden Signale BUSY und /STROBE. Das stellt eine Minimalvariante dar, ist aber durchaus üblich und unproblematisch:

BUSY
(vom Drucker)
ist das Signal HIGH, kann der Drucker keine Daten empfangen (offline, Druckpuffer voll, Papierendesensor ...)
 
/STROBE
(zum Drucker)
ein LOW-Impuls auf dieser Leitung zeigt an, daß Daten eingelesen werden können. Während des Impulses sind die Daten stabil zu halten.

Die Belegung der 25-poligen SUB-D-Buchsenleiste entspricht dem üblichen Standard, der auch bei PC's zur Anwendung kommt. Damit kann also jeder Drucker mit Original-Centronics-Kabel an das Interface angeschlossen werden. Die an der Maximal-Centronics-Schnittstelle noch zusätzlich vorhandenen Anschlüsse sind bei unserem M021 nicht belegt.

Software

Was nützt eine Centronics-Schnittstelle ohne geeignete Treibersoftware? Die Betriebssysteme CAOS und MicroDOS stellen jedenfalls bisher keine Centronics-Treiber zur Verfügung, so daß nur nachladbare Treiber helfen können. Das von mir geplante CAOS4.3 enthält den Centronics-Treiber im Betriebssystem, wie bereits in der Datei CAOS43.PMA auf der Beilagen-Diskette der KC-News 4/94 zu lesen war.

In unserem speziellen Fall ist zum weiteren Betrieb des Moduls als Joystickmodul eine geänderte Joystickabfrage vorteilhaft. Aber keine Angst, alle Originaltreiber funktionieren weiter (eventuell ist bei Joystickbetrieb der Drucker abzuziehen, um den Originalzustand des M008 vorzutäuschen). Bei den Originalprogrammen aus dem Anleitungsheft wird Port A einmal im Bitbetrieb initialisiert, wobei alle Bits als Eingänge definiert werden. Beim Betrieb wird auf Byte-Eingabe uminitialisiert. Für den Betrieb des Joysticks ergeben sich daraus keine Einschränkungen. Ein gleichzeitiger Betrieb von Drucker und Joystick wird aber durch die Byte-Eingabe verhindert.

Diesen Kompromiß kann man verkraften. Drucker- und Joysticktreiber können gleichzeitig im Speicher stehen, aber immer nur einer aktiviert sein. Effektiver wäre ein Joysticktreiber, der sich mit dem Druckertreiber "verträgt" - vielleicht im neuen CAOS?

1. Joysticktreiber:

Der neue Joysticktreiber, der im Assembler-Quelltext und als Hexlisting abgedruckt ist, hat folgende Eigenschaften:

Noch ein Hinweis für D004-Besitzer:

Der Joystick kann auch in der MicroDOS-Betriebsart verwendet werden. Einige Spiele von SCPX verlangen z.B. zur Steuerung den Ziffernblock (4-links, 5-runter, 6-rechts, 8-hoch). Das ist auf der KC-Tastatur sehr beschwerlich. Wenn man sich jedoch die ersten Bytes des Joysticktreibers mit den entsprechenden Codes versieht, ist es kein Problem mehr!

Folgendermaßen ist der Joysticktreiber zu laden:

  1. CAOS-Diskette einlegen und mit JUMP FC starten
  2. Joysticktreiber laden und starten (z.B. Adreßbereich ab 4000H)
  3. eventuell mit MODIFY die gewünschten Belegungen ändern
  4. PC-Diskette einlegen und mit JUMP FC starten

Der neue Joysticktreiber ist ab Adresse 0 abgedruckt. Er ist prinzipiell genauso aufgebaut wie die Originalprogramme aus dem Anleitungsheft, im Gegensatz zu diesen ist er aber verschieblich und ein paar Bytes länger.

Wer das Hex-Listing eingetippt hat, sollte es mit

%SAVE 0000 008A 000D

abspeichern. Dann kann er durch Angabe eines Offsets auf jede beliebige Adresse geladen werden.

Edas-Quelltext der neuen Joystickabfrage:

;--------------------------------------
; JOYS.KCC - Joystickabfrage
;
; ML-Soft 28.12.1992
;--------------------------------------
CTC3    EQU 8FH                  ;CTC Kanal3
PIOD    EQU 90H                  ;Datenwort
PIOS    EQU 92H                  ;Steuerwort
ITAB    EQU 01D4H                ;Interrupt-Tab.
UREL    EQU 0F00FH               ;rel. UP-Aufruf
;-------
        ORG 0
CTAB:   DEFB 00H
        DEFB 0BH                 ;UP
        DEFB 0AH                 ;DOWN
        DEFB 08H                 ;LEFT
        DEFB 09H                 ;RIGHT
        DEFB 0DH                 ;FIRE
;-------
        DEFW 7F7FH
        DEFM 'JOYS'
        DEFB 1
START:  DI
        LD HL,ISR1-#-8
        CALL UREL
        DEFW ADR-#-2             ;Adresse berechnen
        LD (ITAB),HL
        LD A,ITAB                ;D4H
        OUT PIOS,A               ;INT-Vektor
        LD A,0CFH                ;Bitbetrieb
        OUT PIOS,A               ;Betriebsart
        LD A,7FH                 ;Bit7=Ausgang
        OUT PIOS,A               ;E/A-Steuerw.
        LD A,97H                 ;Jedes Bit INT
        OUT PIOS,A               ;INT-Steuerw.
        LD A,0C0H                ;INT-Maske
        OUT PIOS,A
        EI
        RET
;
;erste Initialisierung Joystick-Modul:
;------------------------------------
ISR1:   PUSH AF
        PUSH HL
        PUSH DE
        LD A,3                   ;PIO-DI
        OUT PIOS,A
        LD HL,ISR2-#-8
        CALL UREL
        DEFW ADR-#-2             ;Adresse berechnen
        LD (ITAB),HL
        LD A,04FH                ;Byte-Eingabe
        OUT PIOS,A               ;Betriebsart
        LD A,087H                ;PIO-EI
        OUT PIOS,A               ;INT-Steuerw.
        JR END1
;
;Betrieb Joystick-Modul:
;----------------------
ISR2:   PUSH AF
        PUSH HL
        PUSH DE
        PUSH BC
        LD HL,CTAB-#-8           ;Tabelle
        CALL UREL
        DEFW ADR-#-2             ;Adresse berechnen
        IN A,PIOD
        LD B,4
        LD C,A
L02:    SRL A
        INC HL
        JR NC,L01                ;Bit aktiv
        DJNZ L02
        INC HL
        BIT 4,C                  ;Test FIRE
        JR Z,L01
        CALL UREL
        DEFW START-#-2           ;Ausgangszustand, wenn
        JR END2                  ;keine Taste
L01:    LD A,M                   ;Code holen
        LD (IX+13),A             ;Tastencode eintragen
        SET 0,(IX+8)             ;Taste aktivieren
        LD A,0A7H                ;Neue ZK laden
        OUT CTC3,A               ;CTC-Steuerw.
        LD A,08FH                ;ZK Tastatur
        OUT CTC3,A
END2:   POP BC
END1:   POP DE
        POP HL
        POP AF
        EI
        RETI
;-------
ADR:    POP DE                   ;Berechnung der
        PUSH DE                  ;rel. Adresse
        ADD HL,DE
        RET

Hex-Listing der neuen Joystickabfrage:

Adressen: 0000 008A 000D JOYS.KCC
Adresse Daten Checksum
0000 00 0B 0A 08 09 0D 7F 7F 0131
0008 4A 4F 59 53 01 F3 21 19 0273
0010 00 CD 0F F0 70 00 22 D4 0332
0018 01 3E D4 D3 92 3E CF D3 0458
0020 92 3E 7F D3 92 3E 97 D3 045C
0028 92 3E C0 D3 92 FB C9 F5 05AE
0030 E5 D5 3E 03 D3 92 21 0D 038E
0038 00 CD 0F F0 48 00 22 D4 030A
0040 01 3E 4F D3 92 3E 87 D3 038B
0048 92 18 35 F5 E5 D5 C5 21 0474
0050 A9 FF CD 0F F0 2F 00 DB 047E
0058 90 06 04 4F CB 3F 23 30 0246
0060 0E 10 F9 23 CB 61 28 07 0295
0068 CD 0F F0 A0 FF 18 10 7E 0411
0070 DD 77 0D DD CB 08 C6 3E 0415
0078 A7 D3 8F 3E 8F D3 8F C1 04F9
0080 D1 E1 F1 FB ED 4D D1 D5 067E
0088 19 C9 00E2

2. Druckertreiber unter CAOS:

Der Druckertreiber für die CAOS-Betriebsart enthält eine Weiterentwicklung der Druckroutinen nach /2/ bzw. /3/. Ermöglicht wird der Betrieb am KC85/2 bis /4 (auch im hochauflösenden Grafikmodus). Man kann zwischen 8 verschiedenen Modi wählen, die beim Aufruf des Treibers mit dem Menüwort "LX400" anzugeben sind. Zeichenausgabe erfolgt über User-Ausgabe-Kanal 2 (in BASIC also PRINT#3).

Die Syntax des Befehls ist:

%LX400 p

p ist der Hardcopy-Parameter mit
0 ... keine Reaktion auf SHIFT-CLR
1 ... Protokollfunktion
2 ... Screencopy mit Pseudografik
3 ... Hardcopy normale Größe, schwarz/weiß, positiv
4 ... Hardcopy normale Größe, schwarz/weiß, negativ
5 ... Hardcopy doppelte Größe, schwarz/weiß, positiv
6 ... Hardcopy doppelte Größe, schwarz/weiß, negativ
7 ... Hardcopy doppelte Größe, Grauwerte, positiv
8 ... Hardcopy doppelte Größe, Grauwerte, negativ

Wird kein Parameter angegeben, so erfolgt eine Neuinitialisierung des Moduls mit den Daten der letzten Einstellung. Das ist z.B. nach Reset notwendig.

Der Druckertreiber ist als Hex-Listing ab Adresse 0 abgedruckt. Da der Treiber verschieblich ist, kann er auf jede beliebige Adresse eingegeben werden. Zur Eingabe auf Adresse 0 ist er zu lang, so daß es mit den Systemarbeitszellen zu Konflikten kommt. Er sollte vorteilhaft auf den Adreßbereich eingegeben werden, auf dem er später hauptsächlich laufen soll. Nach der Eingabe ab 200H ist er z.B. mit

%SAVE 0200 06E0 020A

selbststartend abzuspeichern. Durch die Angabe eines Offsets kann der Druckertreiber auf jede beliebige Adresse geladen werden. Doch aufpassen, jetzt ist Ladeadresse = Offset+abgespeicherte Adresse!

Es empfiehlt sich ein Laden ab BA00H bzw. beim KC85/4 ab A820H, da diese Bereiche von Programmen meist nicht belegt werden. Natürlich kann auch jeder andere freie Adreßbereich verwendet werden.

Nach dem Laden wird dann automatisch das Modul M021 zur Druckerausgabe initialisiert, dabei wird die Protokollfunktion eingestellt (HCPZ = 01H). Jede Funktion muß aber erst durch SHIFT-CLR oder Ausgabe des Zeichencodes 0FH aktiviert werden. Die Protokollfunktion kann damit auch wieder ausgeschaltet werden.

Als Zeichenbilder bei der Protokollfunktion bzw. Screencopy können die in (CCTL0) bis (CCTL3) vereinbarten Zeichenbildtabellen als Pseudografikzeichen /4/ oder die druckereigenen Zeichen verwendet werden. Die Auswahl erfolgt über das Steuerbyte HCPZ. In diesem Steuerbyte werden auch alle Einstellungen des Treibers gespeichert:

Aufbau des Steuerbytes HCPZ (Adresse 0B7E1H):

Bit 0
= 0 keine Reaktion auf SHIFT-CLR
= 1 Protokollfunktion ein
 
Bit 1
= 0 Screencopy aus
= 1 Screencopy ein
 
Bit 2
= 0 Hardcopy aus
= 1 Hardcopy ein
 
Bit 3
= 0 Zeichen entsprechend Druckercode
= 1 Zeichen als Pseudografik
 
Bit 4
= 0 Zeichen größer 7FH als Pseudografik
= 1 Zeichen größer 7FH als Druckercode
 
Bit 5
= 0 Druck ohne Grauwerte
= 1 Druck mit Grauwerten
 
Bit 6
= 0 Druck positiv
= 1 Druck negativ
 
Bit 7
= 0 Druck im Format 1:1
= 1 Druck in doppelter Größe

Funktion des Farbausdruckes

Bei den Wahlfunktionen 3 bis 6 dienen nur die Pixel zur Ansteuerung der Drucknadeln. Der Inhalt des Farbspeichers wird beim KC85/2 und KC85/3 nicht berücksichtigt. Beim KC85/4 und eingestellter hoher Farbauflösung wird der Farbspeicher mit herangezogen. Die Farben Weiß, Türkis und Rot werden dabei als Vordergrundfarben, Schwarz als Hintergrundfarbe interpretiert.

Während die Wahlfunktionen 3 und 4 ein Druckbild in normaler Größe liefern, so erzeugen die Funktionen 5 bis 8 die doppelte Größe, dafür aber um 90 Grad gedreht auf dem Papier.

Bei den Wahlfunktionen 7 und 8 werden der Pixel- und der Farbspeicher ausgewertet. Zur Darstellung eines Pixels auf dem Drucker stehen dabei 4 Punkte zur Verfügung. Um beim KC85/2 und KC85/3 (bzw. KC85/4 bei geringer Farbauflösung) 8 Vordergrund- und Hintergrundfarben darstellen zu können, wird das Nachbarpixel zur Auswertung mit herangezogen: Bei den Farben Weiß, Türkis, Purpur und Schwarz werden die benachbarten Pixel gleich dargestellt, bei den Farben Gelb, Grün, Rot und Blau dagegen unterschiedlich. Diese Kombinationen sind in der Farbrastertabelle (Anfangsadresse+480H) codiert. Durch einen schachbrettähnlichen Versatz werden die verschiedenen Abstufungen erreicht. Die 30-Grad-Farbverschiebung in der Vordergrundfarbe wird allerdings nicht berücksichtigt. (siehe /2/)

Beim KC85/4 wird bei hoher Farbauflösung nicht von der Farbrastertabelle ausgegangen, sondern von den 4 möglichen Punkten werden bei Schwarz 4, bei Türkis 3, bei Rot 1 und bei Weiß 0 Punkte gesetzt.

Zum Schwarz/weiß-Druck verwendet man am zweckmäßigsten die Wahlfunktion 3, welche der Original-Hardcopyroutine des Herstellers entspricht, oder die Funktion 5 um die doppelte Größe zu erhalten. Beim Grauwerte-Druck lassen sich mit der Wahlfunktion 8 die besten Ergebnisse erzielen.

Das Menüwort und der Dateiname des Treibers "LX400" stammt von dem Drucker, der mir bei der Entwicklung zur Verfügung stand. Zur Druckersteuerung im Grafikbetrieb enthält das Programm Steuerzeichenfolgen, die auf den EPSON-LX400 abgestimmt sind. Dessen Drucker-Betriebssystem "ECS/P" ist aber mit den meisten anderen 9-Nadeldruckern kompatibel. Für 24-Nadeldrucker ist der Befehl ESC,*,5 durch ESC,*,0 zu ersetzen, dazu sind auf Ladeadresse+0463H und 0482H die Werte 05 in 00 zu ändern.

Ab Ladeadresse+4D0H enthält das Programm eine Tabelle mit nicht im Druckerzeichensatz enthaltenen Zeichencodes. Diese Codes werden unabhängig von den anderen Einstellungen immer als Pseudografikzeichen gedruckt! Bei Bedarf kann auf diese Adresse 00H eingegeben werden, dann werden diese Zeichen ungewandelt zum Drucker weitergegeben.

Hex-Listing des Druckertreibers LX400.KCC:

(Anm. der Redaktion: Das Hex-Listing des Druckertreibers wurde hier nicht abgedruckt, da es über 3 Seiten füllen würde. In M021.PMA auf der Beilagen-Diskette sind alle notwendigen Dateien zu finden.)

3. Druckertreiber unter MicroDOS:

Wer ein Floppy-Laufwerk besitzt, möchte natürlich auch in der PC-Betriebsart seinen Drucker betreiben. Dazu ist der Druckertreiber LX400.LST geeignet. Dieser Treiber kann vom Installationsprogramm MSYSG.COM verwaltet werden. Damit ist z.B. ein Eintragen des Treibers in die Systemspuren der Diskette möglich. Eine so installierte Diskette lädt bei Start mit "JUMP FC" den Treiber in das KC-Grundgerät und gestattet sofort die Druckerausgabe mit Control-P.

Der Druckertreiber hat folgende Eigenschaften:

Die Hardcopyroutine arbeitet für 9-Nadler wieder mit ESC,*,5. Um den Treiber mit 24-Nadlern zu betreiben, kann auf Adresse 0258H wieder der Wert 0 eingetragen werden.

Der MicroDOS-Treiber ist ab Adresse 200H abgedruckt. Das erweist sich als günstig, da er auch ab dieser Adresse im Grundgerät läuft. Zum Erzeugen der Datei LX400.LST auf der Diskette geht man folgendermaßen vor:

  1. Starten der CAOS-Betriebsart
  2. SERVICE.KCC laden
  3. Eingabe des Listings im Grundgerät ab Adresse 200H
  4. Abspeichern der Datei auf Diskette mit:
    %FSAVE 0200 02C0 (Name:LX400.XXX)
  5. Starten der PC-Betriebsart
  6. Aufruf des Dienstprogramms POWER oder DIENST
  7. Einlesen der Datei LX400.XXX mit dem Kommando:
    LOAD LX400.XXX 4000
  8. Abspeichern ohne Vorblock mit dem Kommando:
    SAVE LX400.LST 4080 2

Damit befindet sich die Datei LX400.LST auf der Diskette und erscheint beim Aufruf der Druckertreiber unter MSYSG.COM ausgewählt werden.

Hex-Listing des MicroDOS-Treibers:

Adressen: 0200 02C0           LX400.LST
Adresse        Daten          Checksum
0200  18 0E 18 39 00 00 00 00   0077
0208  00 00 00 00 00 0A 0D 07   001E
0210  F3 3E CF D3 92 3E 7F D3   04F5
0218  92 3E CF D3 93 AF D3 93   051A
0220  3E 80 D3 90 21 5B 02 22   02C1
0228  99 B7 FB DB 90 CB 77 C0   05B8
0230  21 0D 02 06 03 7E 23 CD   01A7
0238  3D 02 10 F9 C9 F5 DB 90   0471
0240  CB 77 20 FA F1 F5 D3 91   05A6
0248  AF D3 90 3E 80 D3 90 F1   0524
0250  C9 0D 1B 4A 18 09 1B 2A   01A1
0258  05 40 01 E5 D5 F5 C5 26   03E0
0260  00 E5 21 51 02 06 0A CD   0236
0268  35 02 E1 2E 00 06 08 E5   0239
0270  11 00 B7 E5 D5 CD 03 F0   0442
0278  34 7E D1 12 13 E1 24 10   02BD
0280  F2 0E 08 06 08 21 00 B7   01EE
0288  CB 16 17 23 10 FA CD 3D   032F
0290  02 0D 20 EF E1 2C 3E 28   0291
0298  BD 20 D2 DD 7E 0D FE 0D   0422
02A0  28 06 7C C6 08 67 30 B9   02C8
02A8  3E 0D CD 3D 02 3E 0A CD   026C
02B0  3D 02 C1 F1 D1 E1 C9 30   049C
02B8  32 31 31 39 32 00 00 00   00FF

Abschließende Hinweise

Der hier vorgestellte Centronics-Anschluß arbeitet bei mir mit einem KC85/4+Floppy und einem EPSON-Drucker LX400 bis jetzt ohne Beanstandungen. Wer mit der Eingabe der Listings nicht zurecht kommt, bzw. Interesse an weiteren angepaßten Programmen für den KC85/4 hat, die mit dieser Schnittstelle arbeiten, dem stelle ich bei Zusendung einer formatierten CAOS-Diskette oder einer leeren Kassette die gewünschte Software gern zur Verfügung. (Bitte ausreichend frankierten und adressierten Rückumschlag nicht vergessen!)

Folgende Programme sind noch vorhanden:

DIRJ.KCC
Diskettendirectory drucken
 
FRACTAL4.KCC
Fractalgenerator "Apfelmännchen"
 
WordPro 6.0
Weiterentwicklung von WordPro 5.0
 
EP40/JOY.EDP
EDIPIC40 (Druck über M003 oder M021)
 
EP41/JOY.EDP
EDIPIC41 (Druck über M003 oder M021)
 
KCDI.COM
universelles Druckerinstallationsprogramm für MicroDOS

KCDI erhalten Sie gegen eine Schutzgebühr von DM 5,-. WordPro 6.0 kostet 10,- DM und für registrierte WordPro5-Nutzer 5,- DM.

Literatur:

/1/
Schlenzig K. und S.: "Tips und Tricks für kleine Computer"
Militärverlag, Berlin 1988

/2/
Gutzer, H.; Wendt, S.: "Grafikdruck mit Grauwerten vom KC85/3"
FUNKAMATEUR, Berlin 37 (1988) 7, S. 326-327

/3/
Gutzer, H. und S.; Wendt, S.: "Grafikdruck mit paralleler Schnittstelle am KC85/3"
FUNKAMATEUR, Berlin 38 (1989) 12, S. 583-584

/4/
Schiwon, K.: "Ausgabe von Pseudografikzeichen auf Matrixdrucker"
Mikroprozessortechnik, Berlin 1 (1987) 6, S. 180-181