Home ]

RGB-Monitor am KC

von Ralf Kästner

Hoch lebe Commodore - Scherz beiseite, wer einen vernünftigen Monitor für den KC sucht, sollte sich mal bei der Konkurrenz umschauen. Nachdem man den KC am heimischen Fernseher ausprobiert hat, steht man ständig mit der Familie im Streit, welches "Programm" denn nun wann läuft.

Um dieses Problem zu entschärfen, hatte ich mir zunächst einen "Junost" mit nachgerüstetem AV-Eingang besorgt und konnte dann jederzeit mit dem KC arbeiten. Das hält man ja auch eine gewisse Zeit durch, aber irgendwann will man dann doch die 16 Farben sehen.

Auf der Suche nach einer vernünftigen Lösung bin ich dann auf Commodore aufmerksam geworden. Für den Amiga oder auch C64 gab und gibt es den Monitor 1084S. Zwar tut es ein normaler Fernseher mit Scart-Buchse auch, die kleinen Fernsehgeräte haben sogar oft eine Scart-Buchse, selten ist dort aber ein echter RGB-Eingang vorhanden, es wird häufig nur der AV-Eingang (FBAS vom KC) zur Verfügung gestellt, man sollte grundsätzlich den Schaltplan, sofern vorhanden!, zu Rate ziehen.

Der Vorteil des 1084S besteht darin, daß ein echter RGB-Eingang vorhanden ist, wie geschaffen für den KC und daß man den Monitor über Wahlschalter fest auf RGB-Betrieb (PAL-Standard) einstellen kann. Viel wichtiger war mir aber, in Hinsicht auf die Lesbarkeit an den Rändern und in den Ecken, die Bildröhre ist erstens entspiegelt und zweitens abgeflacht. Man kann dadurch das Bild bis in alle 4 Ecken aufziehen und trotzdem alles gut erkennen.

Die sichtbare Bildschirmdiagonale beträgt 13 Zoll, am Monitor läßt sich alles Notwendige, wie Bildgröße und Bildlage, horizontal und vertikal, einstellen. Im Handbuch des Monitors steht viel über die Betriebsmodi der Commodore-Rechner, das spielt für den KC keine Rolle, im RGB-Betrieb wird das KC-Bild hervorragend dargestellt.

Im Lieferumfang des Monitors befindet sich neben dem Netzkabel ein Anschlußkabel für den Amiga 500 und ein Cinch-Kabel für die Audio-Eingänge, im Monitor sind auch bereits 2 Lautsprecher für die Stereo-Tonwiedergabe eingebaut, dafür steht das "S" in der Monitorbezeichnung.

An der Vorderseite können die Lautstärke, Kontrast, Helligkeit und horizontale Bildposition eingestellt werden. Alle anderen Einstellregler und Schalter befinden sich an der Rückseite. Wichtig sind für den RGB-Betrieb die Schalter CVBS/RGB (auf RGB) und CVBS/LCA (auf CVBS), welche die Betriebsart des Monitors (s.o.) fest einstellen.

Zum Anschluß des Monitors an den KC muß das Anschlußkabel für den Amiga modifiziert werden, der 9-polige SUB-D-Stecker kommt an den RBG-Eingang des Monitors. Für den KC ist auf der anderen Seite das Gegenstück des Steckverbinders TV-RBG erforderlich. Ich hatte noch einen "nackten" 13-poligen TGL-Steckverbinder (Buchse) mit geraden Lötfahnen zur Verfügung.

Der originale Amiga-Steckverbinder wurde einfach abgeschnitten und der TGL-Steckverbinder angelötet. Eine SUB-DAbdeckhaube (gibt es einzeln) dient zum Schutz der Lötverbindungen, paßt auch prima auf den TGL-er und ergibt zusammen eine handliche Einheit zum Anstecken an den KC-Port.

Die einzelnen Anschlüsse sind folgendermaßen zu verbinden (Draufsicht auf die Anschlüsse von außen):

Masse (Abschirmung) 1,2 11B
Rot 3 8B
Masse Rot 1,2 7B
Grün 4 6B
Masse Grün 1,2 5B
Blau 5 4B
Masse Blau 1,2 3B
Synchronisation (FBAS) 7 10A
Masse H-Sync 1,2 9A
nicht belegt 6,8,9

Im Amiga-Kabel sind alle Verbindungen als einzeln abgeschirmte Leitungen ausgeführt, man kann dann auf der KC-Seite für die Schirme immer die danebenliegenden Massepunkte benutzen, so wie oben auch angegeben, der Abschirmung des Gesamtkabels habe ich auf die 11B gelegt. Die Verbindung von 7 und 10A war eigentlich der Knackpunkt der ganzen Angelegenheit damals.

Um das Bild zu synchronisieren ist ein H-Sync erforderlich, welcher im FBAS-Signal des KC mit enthalten ist. Wie bereits oben gesagt, läßt sich aber der Monitor fest auf RBG einstellen, so daß er die RGB-Signale zur Ansteuerung des Elektronenstrahls der Bildröhre verwendet und sich aus dem FBAS-Signal an 10A des KC die H-Sync-Impulse selbst heraussucht.

Ich habe es damals auf Verdacht probiert, da meine Kenntnisse der HF-Technik eher bescheiden sind. Es funktioniert seit fast 3 Jahren absolut fehlerfrei und vor allem in hervorragender Qualität.

Ich kann diese Lösung daher allen empfehlen, die auf der Suche nach einem neuen Monitor sind oder sich verbessern wollen. Der Audio-Anschluß ist zwar vorhanden, läßt sich aber nicht sofort nutzen. Der KC hat DDR-übliche DIN-Ausgänge, der Monitor aber Cinch-Eingänge.

Durch die zu niedrige Eingangsimpedanz der Monitor-Eingänge bricht das NF-Signal des KC zusammen, so daß man nichts hört, es ist daher notwendig einen Impedanzwandler zwischenzuschalten. ELV bietet für diese Zwecke beispielsweise einen sog. Aufholverstärker in Bausatzform an, damit kann man dieses Problem eigentlich schnell lösen.

Die NF des KC ist nur an der Kassettenbuchse (Pin 4 und 5) in Stereo abzunehmen! Der Monitor hat zusätzlich zu den beiden internen Stereolautsprechern auch noch einen Kopfhörerausgang an der Frontseite, wo man dann sogar ungestört, die "tollen Effekte" des KC-Tongenerators geniesen kann!

Der Monitor war damals mit 499,- DM relativ teuer, die sehr gute Farbwiedergabe und Lesbarkeit sind es aber gegenüber den kleinen Fernsehgeräten allemal wert, auch im Interesse der eigenen Gesundheit! Mittlerweile hat ja auch Commodore die Segel gestrichen, so daß man über den Ausverkauf der Amiga's und C64 mitunter ein Schnäppchen machen kann, in den regionalen Tageszeitungen wird zur Zeit ziemlich viel verkauft.

Vor kurzem habe ich in einer Zeitschrift gelesen, daß dieser Monitor sogar wieder gebaut wird, ESCOM will ja die Geräte wieder bauen und im Osten unter die Leute bingen. Übrigens gab es, ebenfalls von Commodore, einen separaten Fernsehtuner zu kaufen, womit man aus dem Monitor dann einen richtigen Fernseher machen kann.