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Es ist "SHOWTIME"

von Ralf Kästner

Ich wurde von verschiedenen Seiten angesprochen, wo denn die ganzen Show's geblieben sind, welche ich zum Treffen im April gezeigt hatte. Die wurden nicht untergepflügt, es ist alles noch vorhanden.

Ich hatte zwar Jörg alles auf die CPU280 überspielen lassen und angenommen, daß sie irgendwie über die "News" verbreitet werden aber bisher ist nichts passiert, er hat ja auch so genug zu tun. Ich habe mich noch mal hingesetzt und alle interessanten Show's etwas umgearbeitet.

Im Ergebnis hat man mit dieser Ausgabe alles auf einmal und vor allem im Format von "DIASHOW 1.0" (war auf der Beilagediskette der KC-News 4/94 als Freeware), dadurch können alle mit genug RAM die Möglichkeiten des KC in optisch doch ganz ansprechender Form bewundern. Man kann also alle Show's sowohl unter "DIASHOW" als auch unter "UNIPIC" laden und starten.

Die einzelnen "Kunstwerke" möchte ich vorab noch mal kurz beschreiben, sie wurden alle mit PMARC gepackt und sind vorher deshalb auf eine KC-Diskette zu entpacken. Ich gebe die Anzahl der benötigten Bilder mit an, dann kann man schon mal einschätzen, was sich, bezogen auf das eigenen System, lohnt, auszupacken. Nicht gleich verzagen bei den großen Show's, man lädt dann einfach die Show bis zur Vollbelegung der verfügbaren Bilder, es fehlt eben dann etwas am Ende.

ERDE/V20.DSH

Dies war meine erste richtige Show, sie entstand noch mit "EDIPIC41" und "DIASHOW 1.0", das Rohmaterial hatte ich dem Titelbild von "ArtStudio" und dem BASIC-Programm "GLOBSHOW" entnommen. Es werden 20 Bilder benötigt, aber auch mit weniger kann man das Prinzip gut erkennen.

In der Show dreht sich die Erde im All mit insg. 20 einzelnen Phasen, im Original "GLOBSHOW" werden 80 Einzelbilder verwendet, dies ist aber nur eine Einzellösung in diesem Programm, durch "DIASHOW" bzw. "UNIPIC" hat man nun die Möglichkeit freie Sequenzen zusammenzustellen.

FLYWIN.DSH

Diese Show besteht aus 17 Einzelbildern. Sie wurde von Jörg Linder unter der Regie von "EDIPIC" und "DIASHOW" zusammengestellt. Laut seinen Worten ist es als Versuch zu sehen, die großen Rechner zumindest optisch auf dem KC nachzubilden. In der Show fliegt das WINDOWS-Logo von links nach rechts über den Bildschirm, was recht gut aussieht.

KUTSCHE.DSH

Diese Show benötigt 8 Bilder und dürfte damit von den meisten Usern vollständig geladen werden können. Man sieht eine alte Kutsche über den Bildschirm "fahren". Hier standen mir bereits die acht Bewegungsphasen der Kutsche zur Verfügung, mittels "UNIPIC" wurde alles in die richtige Position gerückt.

Hier kann man sehr gut sehen, wenn die Veränderungen von Bild zu Bild sehr fein variiert werden, sieht das Ganze recht flüssig aus, bei vielen verschiedenen Phasen der Bewegung hat man auch bereits Mühe den Anfang bzw. das Ende während der Show auszumachen.

DUELL.DSH

Auch hier konnte ich auf bereits vorhandenes Bildmaterial zurückgreifen. Die 8 Bilder stellen ein Duell im wilden Westen dar, es war aber dennoch nicht ganz einfach, die beiden Hauptdarsteller und den Hintergrund in Übereinklang zu bringen.

Durch die unterschiedliche Größe der beiden Figuren kommt etwas Perspektive und räumliche Tiefe ins Bild. Die "Spannung der Handlung" wird durch die Möglichkeit der freien Wahl der Standzeit jedes Showbildes erhöht. Besonders bei der Justage der einzelnen Bildpositionen der Figuren war einiges an Feinarbeit nötig.

FLIEGE.DSH

Hier benötigt man 22 Bilder, diese kleine lustige Show läßt zwei Schmetterlinge, eine Fliege und einen Schriftzug über den Bildschirm wandern. Man hat somit 4 Bewegungen gleichzeitig auf dem Bildschirm.

Ich wollte damit den Hauptvorteil von "DIASHOW" bzw. "UNIPIC" demonstrieren, man kann den ganzen Bildschirm in Echtzeit laufen lassen. Gegenüber einzeln programmierten Bilschirmeffekten kann man quasi den gesamten Bildschirm "frei programmieren" und so unendlich viele Bewegungen gleichzeitig simulieren.

Es erfordert allerdings auch ein gut ausgebautes System mit möglichst viel RAM. Im unteren Teil der Show wandert ein Schriftzug vertikal und horizontal, welcher seine Farben ständig wechselt. An dieser Stelle wurde etwas mit den Ebenen experimentiert. Es laufen nur die Bildpunkte, die Farben sind in jedem Bild die gleichen und bereits vorhanden. Durch die geänderte Position der Schrift von Bild zu Bild nimmt sie die bereits vorhandenen verschiedenen Farben an.

FANTASY1.DSH

Jetzt wird es interessant und auch ein wenig kompliziert. Diese Show benötigt zwar 25 Bilder, ein Auspacken lohnt sich aber bereits ab 6 verfügbaren Bildern auf dem eigenen System. Für mich haben Morphing-Sequenzen auf den größeren Computern schon immer etwas Faszinierendes an sich gehabt. Was lag also näher mal etwas Ähnliches auf dem KC zu probieren, in FANTASY1 steckt zumindest mal ein erstes Ergebnis.

Ich habe mir dazu 6 geeignete Bilder mit ähnlichem Inhalt in sw/wß gesucht, das ist wichtig für einigermaßen homogene Übergänge und sw/wß für die Geschwindigkeit, es können nur die Pixel laufen!

Wie stellt man nun die Übergänge zwischen den Bildern her? Das erledigt der richtige Einsatz von "UNIPIC", es ist aber schon etwas Übung im Umgang mit dem Programm notwendig, ich mußte selbst auch überlegen, wie man es am schnellsten hinbekommt. Die prinzipielle Vorgehensweise sieht wie folgt aus:

Man legt erst mal die Anzahl der Übergänge von einem zum anderen Bild fest, im Beispiel, 3 Zwischenbilder. Dann erstellt man mit Lupe und COPY für jeden Übergang (Blende) je eine AND-Maske (nichtgesetzte Bildpunkte löschen Bildinhalt an dieser Stelle) hinter den Bildern.

Im Beispiel wurde im Raster von 2*2 Pixeln erst links oben, dann links oben/rechts unten und in der dritten Blende links oben/rechts unten/links unten die Pixel nicht gesetzt.

Dann kopiert man das Ausgangsbild in die 3 Bilder dahinter und verknüpft jede Kopie mittels AND mit der zugehörigen Maske, dadurch verschwinden von Blende zu Blende immer mehr Punkte des Ausgangsbildes. Anschließend negiert man die drei Blendenmasken und kopiert das Endbild zunächst auch drei mal hinter sich selbst.

Anschließend verknüpft man diese 3 Kopien mit den negierten AND-Masken wieder mittels AND-Operator, dadurch sind von Blende zu Blende immer mehr Punkte des Endbildes zu sehen, das war es schon fast. Jetzt muß man die 1. Blende des Ausgangsbildes mit der 1. Blende des Endbildes mittels OR verknüpfen, damit verschmelzen die beiden Blenden ineinander, wobei von Blende zu Blende das Ausgangsbild verschwindet und das Endbild erscheint.

War doch ganz einfach und logisch - oder? Schaut es euch mal an, ich finde, es sieht auch schon ganz ansprechend aus. Erhöht man die Anzahl der Blenden zwischen den Bildern noch, wird der optische Eindruck sicher weiter verbessert.

UNIPIC.DSH

Zum Schluß noch mein bisher größtes Produkt, es werden 32 Bilder benötigt. In den Abteilungen der Kaufhäuser und Computershop's sieht man ja fast immer Produktpräsentationen der neuesten Programme auf den Computern flimmern. Genau das können wir jetzt auch selbst machen.

Ich dachte mir, das Programm, was diese Möglichkeiten auf dem KC eröffnet, sollte sich auch selbst so präsentieren. Die Bilder habe ich größtenteils selbst gezeichnet und zusammengestellt. Für diese Aktion waren knapp 3 Wochen Arbeit mit "UNIPIC" notwendig. Ich wollte zum Treffen das Programm damit vorstellen, wie so oft, kam es jedoch ganz anders, siehe Berichte in den zurückliegenden "News".

Auf alle Fälle kann man in der Show die Möglichkeiten des Bildablaufgenerators gut erkennen, alle Bilder sind in Farbe, ein HIRES-Bild ist u.a. auch enthalten. Beim Zeichnen der Bilder habe ich auch noch ein paar Umbequemlichkeiten bei der Arbeit, speziell im Editor, festgestellt, die kann ich in der nächsten Version dann gleich beseitigen.

In vielen Bildern habe ich von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Kontrast visuell zu verbessern, man negiert die eigentlichen Bildpunkte und ordnet den dann nicht mehr gesetzten Pixeln (eigentlich Vordergrund) die Hintergrundfarbe zu, umgedreht den gesetzten (Hintergrund) eine Vordergrundfarbe. Die hervorzuhebende Information leuchtet dann förmlich im übrigen Bild und wird wunschgemäß stärker betont. Bewegt man sich dabei im LORES-Farbbyteraster sind auch dort interessante Effekte machbar.

Soweit zu den einzelnen Show's, ich habe nur die thematisch etwas anspruchsvolleren zusammenhängenden Sachen reingenommen, eine kurze Show mit 3 oder 4 Bildern hat man ja schnell zusammen, etwa so, wie die Demos zu den beiden Programmen.

Will man etwas "Richtiges" machen, muß man sich schon mehr Gedanken, sowohl bei der Planung als auch Gestaltung der einzelnen Bilder machen. Die Beispiele demonstrieren recht gut die Möglichkeiten von "UNIPIC" bzw. auch "DIASHOW", die beigefügten Tips und Tricks helfen hoffentlich allen aktiven Usern dabei, die Programme noch erfolgreicher einzusetzen.

Ich wünsche allen viel Spaß beim Ausprobieren.