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1. Start der PC-Betriebsart

In der PC-Betriebsart ist das KC-System kompatibel zu vorhandener
Standardsoftware  für Büro- und Personalcomputer,  die unter  den
Betriebssystemen SCPX und CP/M 2.2 lauffähig ist.

1.1. Voraussetzungen für die PC-Betriebsart

Die  PC-Betriebsart verlangt bestimmte hardwareseitige und  soft-
wareseitige  Voraussetzungen,  die in den  folgenden  Abschnitten
beschrieben werden.

1.1.1. Hardwarevorasusetzungen
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Die  PC-Betriebsart  setzt  die D004-Erweiterung  des  KC-Systems
voraus.  Mit dieser Erweiterung wird das KC-System zum KC-Floppy-
System.  Ein KC-Floppy-System kann mit den Grundgeräten KC  85/2,
KC 85/3  und  KC 85/4 aufbebaut werden.  Damit  ergibt  sich  als
Mindestausstattung des KC-Floppy-Systems fÜr die PC-Betriebsart:

*    1 KC-Tastatur
*    1 Bildschirmgerät
*    1 D001 BASIS DEVICE
*    1 D004 FLOPPY DISK BASIS
*    1 D004 FLOPPY DISK DRIVE

In Anlage 1 ist die Mindestausstattung des KC-Floppy-Systems ohne
Tastatur und Bildschirmgerät dargestellt.

Dieses  System arbeitet mit einem  physischen  Diskettenlaufwerk.
Über  RAM-Module  kann  ein  zweites  Laufwerk  (ein  RAM-Floppy)
nachgebildet  werden.  Bereits ein RAM-Modul reicht aus,  um  das
RAM-Floppy  zu bilden.  Es können alle zum KC-System produzierten
RAM-Module verwendet werden (siehe Manual zum D004).

Zur Druckeransteuerung über V24-Schnittstelle dient der V24-Modul
M003 des KC-Systems.

1.1.2. Softwarevoraussetzung
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Die  notwendige Softwarevoraussetzung für die PC-Betriebsart  ist
das   Betriebssystem  MicroDOS  (Microcomputer   Disk   Operating
System),   das   sich  auf  der   MicroDOS-Betriebssystemdiskette
befindet, die im folgenden kurz Systemdiskette genannt wird.

Die  zur Floppy-Erweiterung mitgelieferte D004-Diskette ist  eine
solche  Systemdiskette.  Sie  enthält noch weitere  Software  zur
Unterstützung der Arbeit mit dem KC-Floppy-System.  Zum Start der
PC-Betriebsart  ist die zusätzliche Software nicht  erforderlich,
sondern nur das Betriebssystem MicroDOS.  Wie eine Systemdiskette
erstellt wird, ist in Kapitel 6 beschrieben.

1.1.3.  Beispielkonfiguration als Voraussetzung für die Software-
        beschreibung
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Das  Betriebssystem der PC-Betriebsart initialisiert  beim  Kalt-
start automatisch einen V24-Modul, der in einem beliebigen Modul-
schacht  stecken  kann,  für das Zeichensenden mit  den  Anfangs-
bedingungen,  die  in  Abschnitt 1.3.  angegeben  sind.  Außerdem
enthält die D004-Diskette ein großes Angebot an V24-Software, die
ebenfalls  auf einen V24-Modul in einem  beliebigen  Modulschacht
zugeschnitten  ist.  Aus  diesen  Gründen wird für  die  folgende
Beschreibung  eine Konfiguration vorausgesetzt,  in der sich  ein
V24-Modul befindet.

Das Betriebssystem der PC-Betriebsart organisiert automatisch ein
RAM-Floppy mit den im System vorhandenen RAM-Modulen und mit  den
16-KByte-Speicherblöcken  des KC 85/4,  die sich hinter  dem  IRM
befinden.  Die  folgende  Beschreibung geht davon  aus,  daß  die
Beispielkonfiguration  ein  RAM-Floppy  von mindestens  94  KByte
besitzt.  Hierzu  reicht beim KC 85/4 ein zusätzliches  64-KByte-
RAM-Modul (M011) aus.

Eine solche Beispielkonfiguration ist in Anlage 1 angedeutet. Der
Bediener  dieses KC-Floppy-Systems kann praktisch mit  zwei  Dis-
kettenlaufwerken arbeiten,  mit dem physischen Laufwerk im FLOPPY
DISK DRIVE und mit dem RAM-Floppy.

1.2. Start des Betriebssystems MicroDOS

Der Start des Betriebssystems MircoDOS setzt ein entsprechend den
Hardwarevoraussetzungen  nach Abschnitt 1.1.1.  installiertes KC-
Floppy-System voraus.  Die Installation des KC-Floppy-Systems ist
im  Manual zum D004 beschrieben.  Zum Herstellen der Beispielkon-
figuration nach Abschnitt 1.1.3.  sind die entsprechenden  Module
vor dem Einschalten des KC-Floppy-Systems zu stecken.

1.2.1. Einschalten des KC-Floppy-Systems
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Für das Einschalten der Geräte des KC-Floppy-Systems muß folgende
Reihenfolge eingehalten werden:

*    Bildschirmgerät
*    FLOPPY DISK DRIVE
*    FLOPPY DISK BASIS
*    KC-Grundgerät

Es ist wichtig, daß das Grundgerät zuletzt eingeschaltet wird, da
anderenfalls kein definierter Systemstart erfolgen kann.

Nach  dem Einschalten befindet sich der Bediener im CAOS-Menü des
verwendeten Grundgerätes.

1.2.2. Einlegen der Systemdiskette
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Das  Einlegen  von Disketten in ein Diskettenlaufwerk  sowie  die
Behandlungsvorschriften  können  im Zweifelsfall  im  D004-Manual
nachgeschlagen  werden.  Anlage  4 stellt die richtige  Lage  der
Diskette vor den Einschieben in das Laufwerk dar.

Nach   dem  Einlegen  der  Systemdiskette  ist  das  Laufwerk  zu
schließen,  anderenfalls kann das Laden des Betriebssystems nicht
erfolgen.

1.2.3. Laden des Betriebssystems
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Das  Laden  des  Betriebssystems MicroDOS wird  durch  das  CAOS-
Kommando

          JUMP FC

eingeleitet.  Dieses  CAOS-Kommando  schaltet  den  CAOS-ROM  des
Grundgerätes ab und startet ein sogenanntes  Urladeprogramm,  das
sich  auf  dem integrierten ROM-Modul des FLOPPY DISK BASIS  (mit
der "Steckplatzadresse" FCH) befindet.  Das Urladeprogramm veran-
laßt  das Laden des Betriebssystems MicroDOS von  der  Systemdis-
kette (Zugriffsanzeige am Laufwerk leuchtet).  Nach Abschluß  des
Ladens  ist  der System-Grundzustand der PC-Betriebsart  erreicht
und MicroDOS meldet sich mit folgender Ausschrift im neuen  1920-
Bildschirmformat:

          MPM - ISW

     50 K MicroDOS Vers. 2.6
          IRIMS (C) 1985

     A>_

Die erste Zeile der Systemmeldung gibt die Bearbeiter an, die das
Betriebssystem MicroDOS an das KC-Floppy-System angepaßt haben:

     MPM   - VEB Mikroelektronik "Wilhelm Pieck" Mühlhausen
             (Hersteller des KC-Floppy-Systems)

     ISW   - Institut für Sozialistische Wirtschaftsführung der
             Wilhelm-Pieck-Universität Rostock (Anpassung von
             MicroDOS an Büro- und Personalcomputer der DDR-
             Produktion).

Die  zweite Zeile der Systemmeldung gibt an,  daß es sich um eine
50  KByte MicroDOS-Betriebssystem-Version  der  Entwicklungsstufe
2.6  handelt,  die  im KC-Floppy-System mit einem  ca.  50  KByte
großen Anwenderspeicher arbeitet.

Die  dritte  Zeile  weist mit dem Copyright-Zeichen und  mit  den
Anfangsbuchstaben  der englischen Bezeichnung der Entwickler  auf
den Entstehungsort von MircoDOS hin und gibt das  Entstehungsjahr
der  vorliegenden Entwicklungsstufe an.  MicroDOS wurde am Inter-
nationalen  Institut  für  Probleme der Leitung  in  Moskau  ent-
wickelt.

Die Zeichen

          A>_

geben  an,  daß das Diskettenlaufwerk "A" als aktuelles  Laufwerk
aktiviert ist und MicroDOS auf Bedienerkommandos wartet  (System-
Grundzustand).  Das  Zeichen  ">" ist das Promptzeichen  (Bereit-
schaftszeichen)  von MicroDOS.  Das Zeichen "_" symbolisiert  den
Cursor.  Auf dem Bildschirm ist der Cursor als aufrecht stehendes
Rechteck in der Vordergrundfarbe sichtbar.

1.2.4. WÄhlen eines anderen Laufwerkes
--------------------------------------

Mit der Systemausschrift

          A>_

meldet  MicroDOS,  daß  das "logische" Laufwerk  A  das  aktuelle
Laufwerk  ist.  Das logische Laufwerk A ist beim KC-Floppy-System
das  RAM-Floppy.  Das RAM-Floppy ist kein "physisches"  Laufwerk,
wird aber von MicroDOS wie ein Laufwerk mit bestimmten Disketten-
parametern behandelt.

Die  Systemdiskette  befindet  sich dagegen in  einem  physischen
Laufwerk. Diesem Laufwerk wird beim Laden des Betriebssystems die
logische Bezeichnung "B" zugeordnet. Mit der Eingabe

          B: <ENTER>

wird das logische Laufwerk B angewählt. Es erscheint

          B>_          ,

womit  B als aktuelles Laufwerk gemeldet wird.  Beim Wählen eines
anderen Laufwerkes sind Groß- und Kleinbuchstaben zugelassen.

Der   Begriff   "physisches   Laufwerk"   bezeichnet   ein   real
vorhandenes  Floppy-Disk-Laufwerk.  An das KC-Floppy-System  sind
vier  physische Laufwerke anschließbar.  Die physischen Laufwerke
werden durch die Nummern 0 - 3 bezeichnet.

Die  Zuordnung  eines Laufwerkes zur Nummer ergibt sich  (wie  in
Anlage   2  dargestellt)  automatisch  durch  die  Kopplung   der
Laufwerke  über die Verbindungsleitung (siehe auch  Manual).  Das
physische  Laufwerk  der Beispielkonfiguration in  Anlage  1  hat
somit die Nummer 0.

Der   Begriff  "logisches  Laufwerk"  bezeichnet  eine  Zuordnung
zwischen einem physischen Laufwerk und einem Diskettenformat, das
in  diesem  Laufwerk  verarbeitet  werden  kann.   MicroDOS  kann
verschiedene  Diskettenformate (siehe Abschnitt 2.2.2.)  erzeugen
und   verarbeiten.   Folglich   kann  ein   physisches   Laufwerk
verschiedene  logische  Laufwerke  realisieren.   Die   logischen
Laufwerke werden mit Buchstaben bezeichnet.  Die MicroDOS-Version
für  das KC-Floppy-System kann acht logische Laufwerke verwalten,
die  Laufwerke  A  bis  H.   Die  gewünschte  Zuordnung  zwischen
physischem  Laufwerk  und  Diskettenformat  kann  über  MicroDOS-
Kommandos eingestellt werden (siehe Abschnitte 4.2.).

Das Laufwerk A ist beim KC-Floppy-System das RAM-Floppy und nimmt
somit eine Sonderstellung zwischen physischen und logischen Lauf-
werken  ein. Es ist weder ein physisches Laufwerk, noch kann  das
"Diskettenformat" für dieses "Laufwerk" geändert werden. Außerdem
ist die "Diskette" RAM-Floppy nach dem Laden des  Betriebssystems
entsprechend Abschnitt 1.2.3. leer.

RAM-Floppy gleich Laufwerk A ist eine Festlegung speziell für das
KC-Floppy-System.

Da sich MicroDOS nach dem Laden mit Laufwerk A meldet,  sich  die
Systemdiskette jedoch im Laufwerk B befindet,  ist nach dem Start
des Betriebssystems ein Umschalten auf B erforderlich:


     Tastatureingabe                    Bildschirmausgabe
     B:                                 A>B:_
     <ENTER>                            B>_

Wird  MicroDOS  von  der  D004-Diskette  geladen,   so  wird  die
Laufwerkumschaltung  automatisch ausgeführt. Der Grund dafür: Die
D004-Diskette  enthält  eine Datei mit Namen INITIAL.SUB, in  der
eine sogenannte Kaltstartdatei niedergelegt ist.

Auf  der  D004-Diskette enthält die Kaltstartkommandofolge  unter
anderem  das Kommando für den Laufwerkwechsel. Es empfiehlt sich,
auf selbsterstellten Systemdisketten (siehe Kapitel 6.) ebenfalls
eine  INITIAL.SUB-Datei  anzulegen,  die diesen  beim  KC-Floppy-
System notwendigen Laufwerkwechsel mit enthält.

Im   folgenden   Text  wird  die  Angabe   "d"   als   allgemeine
Laufwerkbezeichnung   für  die  logischen   Laufwerke  A  bis   H
verwendet.

1.2.5. Kaltstart, Warmstart, Rückstart
--------------------------------------

Wird   MicroDOS  so  gestartet,   wie  es  im  Abschnitt   1.2.3.
beschrieben  ist,  so  nennt  man dies  einen  Kaltstart.  Anders
formuliert  ist  Kaltstart  das Starten  des  Betriebssystems  im
gerade  eingeschalteten,  also "kalten"  KC-Floppy-System.  Jeder
MicroDOS-Start  über  JUMP FC ist ein  Kaltstart.  Ein  Kaltstart
bewirkt ein Neuinitialisieren des RAM-Floppys,  d. h. ein Löschen
des eventuell bereits vorhandenen Inhaltsverzeichnisses.

Neben  dem  Kaltstart gibt es den  Warmstart  von  MicroDOS.  Ein
Warmstart  ist das Starten des Betriebssystems vom  eingeschalte-
ten,  also "warmen" Zustand des Computers aus. Ein Warmstart wird
ausgeführt  durch  ^C (Control + <C>).  Auf der KC-Tastatur  ent-
spricht das den Tastenbetätigungen

<BRK>     oder      <F1> + <C>    oder    <SHIFT> - <CUD>       .

Auf  den  Warmstart  wird unter Abschnitt  3.2.1.  nochmal  näher
eingegangen.

Sowohl beim Kaltstart als auch beim Warmstart können  Startfehler
auftreten.  Die Kaltstartfehler sind in Anlage 12 zusammengefaßt.
Fehlermöglichkeiten beim Warmstart sind in Kapitel 7 angegeben.

Außer  dem Kaltstart und dem Warmstart gibt es speziell beim  KC-
Floppy-System  eine  dritte Startmöglichkeit der  PC-Betriebsart,
den  Rückstart.  Der  Rückstart setzt  voraus,  daß  bereits  ein
Kaltstart 0 der PC-Betriebsart stattgefunden hat und man entweder
aus  dem  Kommandomodus von MicroDOS, z. B.  über  das  residente
Zusatzkommando (siehe Abschnitt 3.3.), oder aus  einem  laufenden
Programm die PC-Betriebsart verläßt.  Das KC-Floppy-System bietet
die Möglichkeit,  Programme in der PC-Betriebsart unabhängig  vom
Grundgerät  abarbeiten zu lassen und während dieser Zeit mit  dem
Grundgerät  andere  Programme  oder Dateien  zu  bearbeiten.  Die
Rückkehr  vom CAOS in die PC-Betriebsart ist der  Rückstart.  Man
tritt an der Stelle in die PC-Betriebsart wieder ein,  an der man
sie  verlassen  hat,  also  entweder  in  den  Kommandomodus  von
MicroDOS oder in das verlassene laufende Programm. Der Inhalt des
RAM-Floppys  wird  durch  den  Rückstart  nicht   zerstört.   Der
Rückstart erfolgt durch das Kommando

          JUMP FC 0      .

Eine  einfache Möglichkeit zum Verlassen eines laufenden Program-
mes  ist  der Tasten-RESET des Grundgerätes.  Ein  solcher  RESET
bewirkt  zwar ein Verlassen der PC-Betriebsart und Warmstart  des
CAOS,  aber  nicht den Abbruch des unter MicroDOS laufenden  Pro-
grammes.  Das definierte Verlassen eines Anwenderprogrammes  wäh-
rend  des  Programmlaufes ist im  Handbuch für den  Programmierer
beschrieben.   Der  Rückstart  ist  nur  möglich,  wenn  MicroDOS
ordnungsgemäß  vorher gestartet wurde.  Ansonsten erscheinen  die
Fehlermeldungen wie bei JUMP FC (Anlage 12).

1.3. Anfangsbedingungen nach dem Start der PC-Betriebsart

Nach  erfolgreichem  Kaltstart  der PC-Betriebsart  sind  am  KC-
Floppy-System folgende Anfangsbedingungen eingestellt:

Logische Laufwerke:
-------------------

aktuelles Laufwerk:    A (RAM-Floppy)
Systemlaufwerk    :    B (physisches Laufwerk 0)
                       Diskettenformat:
                       5 * 1024 * 80 * 2   Offset 2


Laufwerk  C  16 * 256 * 80 * 2  Offset 2  (physisches Laufwerk 0)
          D  5 * 1024 * 80 * 2  Offset 0  (physisches Laufwerk 0)
          E  nicht installiert
          F  nicht installiert
          G  nicht installiert
          H  nicht installiert

Bildschirm:
-----------

Bildschirmformat  :    1920-Format 80 Zeichen/Zeile
                                   24 Zeilen/Bild
Farbe             :    wie vorher im CAOS
Cursor            :    8 x 4 Bildpunkte, pixelinvers
Zeichensatz       :    amerikanisch



Tastatur          :    Computermodus
--------               Programmeingabemodus

V24-Schnittstelle:
------------------

Aktivierung des V24-Moduls in beliebigem Modulschacht
Zeichenausgabe über Kanal 1 des V24-Moduls
Reaktion auf COPY (<SHIFT>-<CLR>): keine
Zeichen Senden und Empfangen über Kanal 2 des V24-Moduls
Übertragungsbedingungen für beide V24-Kanäle:

- Übertragungsrate: 1200 Baud
- Bit pro Zeichen: 8
- Anzahl der Stoppbits: 1
- Paritätsprüfung: keine
- Protokollart: DTR

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