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2. Grundlagen zur Arbeit in der PC-Betriebsart

Die Bedienung des KC-Floppy-Systems in der PC-Betriebsart und die
Handhabung  der MicroDOS-Kommandos werden verständlich,  wenn die
folgenden Grundlagen bekannt sind.  Nutzer des KC-Floppy-Systems,
die  bereits  über ausreichende Kenntnisse  zur  Bedienung  eines
Personal- oder  Bürocomputers  verfügen,  können  dieses  Kapitel
überschlagen.

2.1. Bestandteile des Betriebssystems

Das Betriebssystem MicroDOS ist ein Programmpaket. Es besteht aus
einer  Vielzahl  einzelner Hilfsprogramme,  die sich grob in  die
drei Bereiche gliedern lassen,  die in Anlage 2 dargestellt sind.
Die Aufgaben dieser Bereiche werden im folgenden Abschnitt darge-
stellt.

Dabei  hat  die bildliche Darstellung der  Zusammenarbeit  dieser
Bereiche in Anlage 2 stark vereinfachenden,  modellhaften Charak-
ter,  der  für  die Erläuterung bestimmter Bedienabläufe  am  KC-
Floppy-System  ausreichend ist.  Die tatsächliche  Zusammenarbeit
dieser  Bereiche  ist komplizierter und  programmtechnisch  etwas
anders  organisiert.  Die ausführliche Darstellung der  Zusammen-
hänge ist im Handbuch für den Programmierer enthalten.

2.1.1. Der CCP
--------------

Der CCP (Console Command Processor) dient der Ausführung der  von
der   Konsole   eingegebenen  MicroDOS-Kommandos.   Der   Begriff
"Konsole" bezeichnet sowohl die Tastatur als auch den Bildschirm.
Eingaben  von der Konsole sind Tastatureingaben.  Ausgaben an die
Konsole  sind für den Benutzer  Bildschirmausgaben.  Der  Begriff
"Konsole"  hat  in der Computertechnik traditionelle Wurzeln  und
wird im folgenden Text mit oben erläuterter Bedeutung verwendet.

Der  CCP  kommuniziert über die Konsole direkt mit dem  Bediener,
nimmt    dessen   Kommandos   entgegen   und   gibt    sie    zur
Kommandoausführung weiter.  Die Kommandos werden an das BDOS wei-
tergegeben. Der CCP kontrolliert die Kommandobearbeitung und gibt
dem Bediener Meldung über die korrekte Ausführung und  Beendigung
des Kommandos oder über eventuell aufgetretene Fehler.

Der CCP kann somit als übergeordneter Bereich gelten, denn sowohl
das BIOS  als auch das BDOS werden vom CCP mit Aufgaben versorgt.
Anlage 2 stellt diesen Sachverhalt grafisch dar.

2.1.2. Das BIOS
---------------

Das   BIOS  (Basic  Input/Output  System)  kommuniziert  mit  den
Peripheriegeräten,  die  an  das  KC-Floppy-System  angeschlossen
werden können.  Anlage 2 zählt als Peripheriegeräte  verschiedene
Druckertypen,  Lochbandleser  und Lochbandstanzer auf.  Über  die
BIOS-Kanäle  für  Lochbandleser (RDR) und  Lochbandstanzer  (PUN)
wird   beim   KC-Floppy-System   die   Computer-Computer-Kopplung
realisiert.

2.1.3. Das BDOS
---------------

Das  BDOS (Basic Disk Operating System) ist das Basis-System  zur
Diskettenverwaltung.  Das BDOS verwaltet die Dateien auf den Dis-
ketten, führt Datenübertragungen von und zu den Disketten aus und
überprüft die Richtigkeit der Datenübertragung.  Das BDOS  reali-
siert  auch die Zuordnung zwischen physischem Laufwerk (in Anlage
2  Drive 0 bis 3) und den verschiedenen Diskettenformaten  (siehe
Abschnitt 2.3.5.),  d.  h. es verwaltet die logischen Laufwerke A
bis H.

2.1.4. Der TPA und die Aufteilung des Arbeitsspeichers
------------------------------------------------------

Die  beschriebenen  Bereiche des Betriebssystems MicroDOS  werden
mit dem Urladeprogramm (siehe Abschnitt 1.2.3.) von der  Diskette
in  den  Arbeitsspeicher des zweiten Prozessorsystems  im  FLOPPY
DISK  BASIS geladen.  Der noch freibleibende Bereich des Arbeits-
speichers wird TPA (Transient Programm Area,  d.  h. transienter,
flüchtiger Programmbereich) genannt.  Der TPA ist der Speicherbe-
reich, in den alle Programme von der Diskette geladen werden. Die
Anfangsadresse  dieses  Speicherbereiches  ist  gleichzeitig  die
Startadresse für die Programme.  Anlage 3 stellt die prinzipielle
Aufteilung des Arbeitsspeichers dar.  Genauere Angaben zur  Spei-
cheraufteilung  sind im  Handbuch für den Programmierer  zu  fin-
den.

Der  TPA  nimmt  im Arbeitsspeicher den  größten  Raum  ein.  Die
Systemausschrift

          50 K MicroDOS Vers. 2.6

nach  dem Kaltstart gibt die Länge des TPA an.  Sie ist beim  KC-
Floppy-System ca. 50 KByte groß.

2.2. Disketten

MicroDOS ist ein diskettenorientiertes Betriebssystem. Das heißt,
es nutzt hauptsächlich die schnelle,  direkte Zugriffsmöglichkeit
zu  Diskettendaten,  verwaltet  diese weitgehend automatisch  und
befreit den Bediener von Verwaltungsarbeit.  Grundkenntnisse  zum
Diskettenaufbau   und  zu  den  Diskettenformaten  sind   deshalb
Voraussetzung  für  die weitere Bedienung der PC-Betriebsart  des
KC-Floppy-Systems in der PC-Betriebsart.

2.2.1. Aufbau einer Diskette
----------------------------

Die  Diskette ist eine flexible Kunststoffscheibe (floppy  disk),
die mit einer magnetisierbaren Schicht versehen ist. Sie befindet
sich in einer nur an wenigen Stellen offenen Schutzhülle und  ist
in dieser frei beweglich. Die Diskette wird in dieser Schutzhülle
abgespielt,  um  Verschmutzungen  der  Magnetschicht  und   damit
Beschädigung  der  Informationen beim Handhaben der  Diskette  zu
vermeiden. Der prinzipielle Aufbau einer Diskette ist in Anlage 4
dargestellt.

Die  Daten  werden  in konzentrischen  Kreisen,  den  sogenannten
Spuren, auf der magnetischen Oberfläche gespeichert bzw. von dort
gelesen.  Dazu dient der Schreib-Lese-Kopf im Laufwerk,  der quer
zur Scheibe verschoben werden kann. Dieser Schreib-Lese-Kopf wird
z.  B.  beim  Lesen  über  der Spur  mit  den  gewünschten  Daten
positioniert.  Dann  wird  abgewartet bis die  gewünschten  Daten
infolge  der  Drehung  der Scheibe  unter  dem  Schreib-Lese-Kopf
erscheinen.

Um  die  Daten  auf der Diskette zu ordnen,  sind die  Spuren  in
Sektoren eingeteilt. Das Indexloch markiert den physischen Anfang
für  alle Spuren auf der Diskette.  Die  Spuren  sind  numeriert.
Spur 0 ist die äußerste Spur.

Die rechteckige Schreibschutzkerbe am linken Rand der Schutzhülle
wird  im Laufwerk abgetastet.  Ist die Schreibschutzkerbe  offen,
wie  in  Anlage 4 dargestellt,  sind ein Schreiben und Lesen  auf
bzw.  von der Diskette möglich.  Soll von der Diskette jedoch nur
gelesen  werden,  muß  die Schreibschutzkerbe  mit  einem   nicht
durchsichtigen Überkleber verschlossen werden.  Dieser Überkleber
bewirkt  einen Schreibschutz,  der unbeabsichtigtes Überschreiben
des Disketteninhaltes verhindert.

2.2.2. Diskettenformate
-----------------------

Der  Begriff "Diskettenformat" bezeichnet nicht  die  Abmessungen
einer Diskette,  sondern die Ordnung von Spuren und Sektoren, die
auf  einer  Diskette realisiert ist.  Wie Anlage  4  zeigt,  wird
zwischen logischen und physischen Sektoren unterschieden.

Ein logischer Sektor hat die Speicherkapazität von 128 Byte.  Für
diese Speichergröße gibt es die Bezeichnung "Record".  Ein Record
sind  also  128  Byte,  acht Records sind dann 1024 Byte  oder  1
KByte.  Die Größe der logischen Sektoren ist bei allen Disketten-
formaten,  die MicroDOS realisiert, gleich, während die Größe der
physischen  Sektoren bei verschiedenen  Diskettenformaten  unter-
schiedlich sein kann.

Ein  physischer Sektor besteht aus einem ganzzahligen  Vielfachen
von logischen Sektoren. In Anlage 4 besteht ein physischer Sektor
aus acht logischen Sektoren auf einer Diskettenseite.

Das Diskettenformat wird allgemein in der Form

          i * l * m * n

angegeben. Hierbei sind

          i =  Anzahl der physischen Sektoren je Spur,
          l =  Anzahl der Bytes je physischen Sektor,
          m =  Anzahl der Spuren je Diskettenseite und
          n =  Anzahl der verwendeten Diskettenseiten.

Setzt  man  voraus,  daß die in Anlage  4  dargestellte  Diskette
zweiseitig beschrieben ist, dann hat sie das Format

          5 * 1024 * 80 * 2.

Dies ist das Format, in dem die D004-Diskette bespielt ist.

Bevor man mit einer fabrikneuen Diskette arbeiten kann, muß diese
formatiert werden.  Das Formatieren ist ein Vorgang, in dem durch
bestimmte Codierungen das Diskettenformat vorgezeichnet wird, mit
dem die Diskette bespielt werden soll.  Erst nach dem Formatieren
kann  die  Diskette mit Programmen und Daten beschrieben  werden.
Versucht  man eine nichtformatierte Diskette zu  beschreiben,  so
führt  das zu einer Fehlermeldung (siehe Kapitel  7).  Die  D004-
Diskette  enthält  das Programm FORMAT.COM,  das ein  Formatieren
einer  Diskette  im  oben angegebenen Format  und  in  noch  zwei
anderen Formaten erlaubt (siehe Abschnitt 4.1.).

In  der PC-Betriebsart kann man jedoch noch mehr Diskettenformate
verarbeiten als man selbst formatieren kann.  Dies ist sehr  vor-
teilhaft,  weil dadurch Disketten bzw.  deren Programme und Daten
dem  KC-Floppy-System  zugänglich werden,  die von  Personal- und
Bürocomputern stammen.  Die Formatvielfalt des  KC-Floppy-Systems
sowie  einige  Formatkenngrößen sind in Anlage 5  angegeben.  Die
Laufwerktypen in Anlage 5 bezeichnen Laufwerke,  die in Personal-
und  Bürocomputern eingesetzt sind.  Das Laufwerk im FLOPPY  DISK
DRIVE ist vom Typ MFS 1.6.

Die  einstellbaren  Diskettenformate  können  mit  dem   Programm
MSYSG.COM    (siehe Abschnitt 4.2.)  den  verschiedenen logischen
Laufwerken des KC-Floppy-Systems zugeordnet werden.

2.3. Dateibezeichnung

Startet  man  die PC-Betriebsart mit der  D004-Diskette, so  wird
durch   die   INITIAL.SUB-Datei  von Laufwerk A  auf  Laufwerk  B
umgeschaltet,  es  wird weiterhin das Inhaltsverzeichnis  (Direc-
tory)  der Diskette angezeigt.  Es erscheinen  die  Bezeichnungen
der Dateien dieser Diskette. Der folgende Abschnitt behandelt die
Bestandteile der Dateibezeichnung und die Dateiattribute.

2.3.1. Allgemeine Form der Dateibezeichnung
-------------------------------------------

Die  Dateibezeichnung  hat  in Verbindung mit den  Kommandos  die
Aufgabe,   eine  bzw.  mehrere  Dateien  auf  einer  Diskette  zu
identifizieren.  Die Dateibezeichnung setzt sich aus zwei  Teilen
zusammen, dem Dateinamen und dem Dateityp. Dateiname und Dateityp
werden  durch  einen  Punkt getrennt.  Setzt  man  für  Dateiname
allgemein  NAME  und TYP für Dateityp,  so ergibt  sich  folgende
allgemeine Dateibezeichnung:

    NAME.TYP

Diese allgemeine Form sowie die speziellen Regeln zur Bildung von
NAME  und  TYP  sind unter MicroDOS  und  allen  Betriebssystemen
gültig,  zu  denen  MicroDOS softwarekompatibel  ist.  Auf  einer
Diskette  darf  nur  einmal  eine Datei  mit  ein  und  derselben
Dateibezeichnung auftreten, d.h. die Dateibezeichnung muß auf der
Diskette eindeutig zugeordnet sein.

2.3.2. Dateiname
----------------

Der  Dateiname  ist  frei wählbar und besteht  aus  maximal  acht
Zeichen des auf der Tastatur möglichen Zeichenvorrates.

Die Sonderzeichen

    < > . , : ; = * ? Ä Ü [ ]

dürfen jedoch im Namen nicht verwendet werden.  Für die Zeichen *
und  ?   gelten  besondere  Regeln,   die  in  Abschnitt   2.3.4.
dargestellt sind.

Der Dateiname sollte mit Hilfe der "erlaubten" Zeichen so gewählt
werden, daß  man erkennt,  was  die Datei enthäl  bzw.  wozu  sie
dient.

    Beispiele von der D004-Diskette:

    COMPUMOD        Computermodus der Tastatur einstellen
    FORMAT          Formatieren einer Diskette
    MSYSG           MicroDOS Systemgenerierung

2.3.3. Dateityp
---------------

Der Dateityp dient dazu,  die Dateiart näher zu charakterisieren.
Der  Dateityp  besteht  aus maximal  drei  Zeichen  des  auf  der
Tastatur möglichen Zeichenvorrates.

Die Sonderzeichen

    < > . , : ; = * ? Ä Ü [ ]

dürfen auch im Typ nicht verwendet werden.

Bei  vielen Programmen ist die  Angabe eines Dateityps  unbedingt
erforderlich.  Oft besteht ein festgelegter Zusammenhang zwischen
einem  Programm und den Dateitypen der darin angesprochenen  oder
erzeugten Dateien.

Die D004-Diskette enthält Dateien der folgenden Typen:

COM   Befehlsdatei (Maschinencodeprogramm) transientes  Kommando,
      ist  nach  Aufruf sofort ausführbar (siehe  auch  Abschnitt
      2.4.3.).

LST   Treiberroutinen   zur   Ansteuerung   von   Druckern    und
      Schreibmaschinen  als  Ausgabegeräte  (Listgeräte) für  das
      KC-Floppy-System.  Diese  Routinen  werden  innerhalb   des
      transienten   Kommandos   MSYSG   (siehe   Abschnitt  4.2.)
      automatisch aufgerufen und bilden dort z.  B.  das Menü zur
      Druckertreiberauswahl.

KOP   Sende- und Empfangsroutinen für den Datenaustausch im Voll-
      duplexbetrieb.  Diese  Routinen werden  ebenfalls innerhalb
      des   transienten   Kommandos   MSYSG   (Abschnitt    4.2.)
      automatisch aufgerufen und bilden dort z. B.  das Menü  zur
      Koppeltreiberauswahl.

OVR   Overlay-Datei;  Auslagerungsdatei.  Wenn ein  Programm  für
      den TPA zu groß wird,  dann können bestimmte Programmteile,
      die nicht ständig für den Programmlauf benötigt werden, auf
      Diskette ausgelagert werden.  Auf der D004-Diskette gehören
      die   Overlay-Dateien   zum  Textprozessor TPKC.COM  (siehe
      Handbuch zum Textprozessor).

SUB   Textdatei  mit  einer  Folge  residenter  oder  transienter
      Kommandos und Tastatureingaben innerhalb dieser,  die  wie-
      derholt abgearbeitet werden sollen. Die Ausführung der Kom-
      mandofolge   erfolgt   über   das Input-Kommando (siehe Ab-
      schnitt 3.4.1. und Kapitel 5).
      Eine  Datei  mit dem Namen INITIAL.SUB wird beim  Kaltstart
      von MicroDOS automatisch abgearbeitet.

Es   gibt  noch  weitere  vereinbarte  Dateitypen,   die  in  den
Beschreibungen   zu  den  einzelnen  Programmen  aufgeführt   und
erläutert sind.  Eine Auswahl weiterer Dateitypen enthält  Anlage
6.  In  Anlage  6 sind auch die Dateitypen  der  CAOS-Betriebsart
angegeben.

Achtung:

Beim  Aufrufen eines Kommandos oder eines Programmes vom CCP  aus
(also  im  System-Grundzustand von MicroDOS) zum Zweck der  Abar-
beitung,  darf  der Dateityp "COM" nicht eingegeben werden. Z. B.
muß  das transiente Kommando zur Einschaltung des  Schreibmaschi-
nenmodus der KC-Tastatur so aufgerufen werden:

    B>TYPEMOD          <ENTER>     .

Die Eingabe

    B>TYPEMOD.COM      <ENTER>

führt zur Fehlermeldung.

In  allen  anderen Fällen jedoch,  in denen eine Datei über  ihre
Bezeichnung angesprochen wird,  z.B. zum Kopieren dieser Befehls-
daten  mittels  PIP (siehe Abschnitt 4.5.), muß die  vollständige
Dateibezeichnung angegeben werden.

2.3.4. Dateigruppenbezeichnung
------------------------------

Oft  ist es wünschenswert,  nicht nur einzelne Dateien ansprechen
zu können,  sondern gleich Gruppen von Dateien.  Diese in  vielen
Fällen  vorteilhafte Vereinfachung der Arbeit mit Dateien ist mit
den Dateigruppenzeichen

    ? und *

möglich.

Das   Dateigruppenzeichen  "?"  steht  stellvertretend  für   EIN
beliebiges ZEICHEN,  das in der Dateibezeichnung erlaubt ist.  Es
bezieht  sich somit nur auf ein Zeichen an einer ganz  bestimmten
Position  in der Dateibezeichnung.  Das Dateigruppenzeichen  darf
mehrfach in einer Dateigruppenbezeichnung vorkommen.

Wird   eine  Dateibezeichnung  in  bestimmten  Kommandos  mit   ?
mehrdeutig gewählt, so bezieht sich folglich das Kommando auf die
Gruppe   aller   Dateien,    die   in   den   Positionen   dieses
Dateigruppenzeichens ein beliebiges Zeichen haben.  Die folgenden
Beispiele  sind mit dem Directory-Kommando und der  D004-Diskette
nachvollziehbar (siehe Abschnitt 3.1.1.).

K63??.LST   Spricht die Gruppe aller Dateien des Typs LST an, die
            im   angegebenen  Dateinamen  an   den   ?-Positionen
            beliebige Zeichen besitzen,
            z.B. K6304.LST, K6311.LST und K6313.LST.

????.COM    Spricht die Gruppe aller Dateien des Typs COM an, die
            einen  maximal  vierstelligen   Dateinamen  besitzen,
            z. B. PIP.COM, STAT.COM, TPKC.COM.

Das   Dateigruppenzeichen  "*"  steht  stellvertretend  für  eine
beliebig lange ZEICHENFOLGE. In der Dateibezeichnung kennzeichnet
es also beliebige  Dateinamen und/oder beliebige Dateitypen  bzw.
beliebige  Zeichengruppen  im  Namen  oder  Typ.   Die  folgenden
Beispiele  sind wieder mit dem Directory-Kommando und  der  D004-
Diskette nachvollziehbar.

TP*.OVR     Spricht  die Gruppe aller Dateien  des Typs OVR  an,
            deren  Namen  mit den Zeichen TP beginnen.  Auf  der
            D004-Diskette   werden   so   alle    Overlaydateien
            angesprochen,    die   zum   Textverarbeitungssystem
            TPKC.COM gehören. Das sind  die Dateien TPDRUCK.OVR,
            TPHT.OVR und TPOVLY0.OVR.

*.COM       Spricht die Gruppe aller COM-Dateien an.

*.*         Spricht alle Dateien an.

Das Dateigruppenzeichen * schließt jede Anzahl von Zeichen,  auch
Leerzeichen,  mit ein. Es ist deshalb sehr effektiv, denn es kann
viel Eingabearbeit sparen. Es kann jedoch auch gefährlich werden,
wenn  es unbedacht,  z. B. beim Löschen von  Dateien,  eingesetzt
wird.

Kombinationen von ? und * sind möglich, folgende Anwendungen sind
identisch:

    ????????.???  =  *.*

2.3.5. Dateibezeichnung mit Laufwerkangabe
------------------------------------------

Die   jeweilige  Dateibezeichnung  bzw.   Dateigruppenbezeichnung
bezieht  sich  immer auf die Dateien der Diskette,  die  sich  im
momentan aktivierten Laufwerk,  dem aktuellen Laufwerk, befindet.
Über  eine Laufwerkumschaltung (siehe Abschnitt 1.2.4.) ist  auch
ein  Zugriff auf die Dateien der Disketten in   allen  Laufwerken
möglich.

Der  Zugriff auf Dateien von Disketten in anderen Laufwerken  ist
jedoch  noch  einfacher  ausführbar.  Dazu  wird  der  jeweiligen
Dateibezeichnung    bzw.    der    Dateigruppenbezeichnung    die
Laufwerkangabe, getrennt durch einen Doppelpunkt, vorangestellt:

    d:NAME.TYP      bzw.      d:TP*.*

Das bezeichnete logische Laufwerk d wird dadurch nur für die Zeit
des  Zugriffs  aktiviert.  Anschließend  wird  auf  das  aktuelle
Laufwerk  zurückgeschaltet.  Die Laufwerkbezeichnung d steht  für
alle logischen Laufwerke (A bis H) des KC-Floppy-Systems.

2.3.6. Dateiattribute
---------------------

R/W             Dateien  mit  diesem  Attribut  können   gelesen,
(read/write)    überschrieben oder gelöscht werden (Standard).

R/O             Dateien mit diesem  Attribut  können nur gelesen,
(read  only)    nicht  verändert  und  nicht  gelöscht werden. Im
                Directory  werden  diese Dateien mit einem R nach
                dem Dateityp gekennzeichnet.

SYS             Unter  MicroDOS  kann  ein logisches Laufwerk als
(System-Datei)  Systemlaufwerk vereinbart werden.
                (siehe Abschnitt 3.1.3.)
                Ist   nun   das  aktuelle  Laufwerk   nicht   das
                Systemlaufwerk,  dann kann eine Datei vom System-
                laufwerk ohne Laufwerkangabe geladen werden, wenn
                die  Datei  das Attribut SYS  hat.  Im  Directory
                werden  Dateien  mit diesem Attribut mit einem  S
                nach dem Dateityp gekennzeichnet.
                Nach   dem   Kaltstart   ist   Laufwerk   B   als
                Systemlaufwerk festgelegt.  Ist z.B. das Laufwerk
                A das aktuelle Laufwerk und in B steckt die D004-
                Diskette,   dann   kann  man  von  A   aus   ohne
                Laufwerkangabe    alle  mit  S   gekennzeichneten
                Dateien  aufrufen.  SYS-Dateien  sind  schreibge-
                schützt.

DIR             Das Attribut DIR setzt das Attribut SYS zurück.
(Directory-     Unter  den  Betriebssystemen SCP und CP/M2.2  für
Datei)          Personal- und Bürocomputer werden nur Dateien mit
                diesem  Attribut  im  Directory  angezeigt.  SYS-
                Dateien werden dort unterdrückt.  Unter  MicroDOS
                werden   auch   die  SYS-Dateien   im   Directory
                sichtbar.

Dateien,  die  vom Anwender generiert werden,  haben in der Regel
die  Attribute R/W und DIR.  Alle Dateien,  die im Directory  von
MicroDOS   keine  Kennzeichnung  haben,   tragen   diese   beiden
Attribute.

Die  Dateiattribute  können  über das  transiente  Kommando  STAT
verändert werden (siehe Abschnitt 4.6.).

2.4. Einführung in die MicroDOS-Kommandos

In   den  vorangegangenen  Abschnitten  wurden   schon   vielfach
MicroDOS-Kommandos  erwähnt,  ohne dabei genau darauf einzugehen,
wie ein solches Kommando aussieht und wie es eingegeben wird. Der
folgende  Abschnitt behandelt die Kommandozeile von MicroDOS  und
gibt  einen  Überblick über die residenten  und  die  transienten
MicroDOS-Kommandos.

2.4.1. Eingabe von Kommandozeilen
---------------------------------

Die  Eingabe  einer Kommandozeile von der Tastatur  ist  möglich,
sobald die Bereitschaftsmeldung

    d>_

auf   dem  Bildschirm  erscheint  (d  steht  für  alle  logischen
Laufwerke A bis H des KC-Floppy-Systems).  Ein  MicroDOS-Kommando
besteht aus einer Folge von Eingabezeichen.

Nach  der Eingabe des Kommandowortes (das auch aus einem  Zeichen
bestehen  kann)  können sich je nach Art des Kommandos  ein  oder
mehrere, durch Leerzeichen getrennte Parameter anschließen.

Nutzer  des KC-Grundgerätes kennen diese Art der Kommandoeingabe.
Im CAOS-Menü besteht eine Kommandozeile auch aus einem  Kommando-
wort,  an  das  sich je nach Art des Kommandos ein oder  mehrere,
durch  Leerzeichen  getrennte Parameter  anschließen  können.  Im
CAOS-Menü bestehen diese Parameter nur aus Hexadezimalzahlen, und
eine  Kommandozeile darf nicht länger werden als eine Bildschirm-
zeile.  Die Ausführung der Kommandos wird durch Drücken der Taste
<ENTER>  veranlaßt.  Das Editieren in einer Kommandozeile erfolgt
durch die   Cursortasten  sowie  die   Steuer- und Editiertasten.

Als  Parameter  einer MicroDOS-Kommandozeile können  verschiedene
alphanumerische Zeichenfolgen  fungieren. Eine Kommandozeile kann
in  MicroDOS  127  Zeichen  lang  sein,   also  länger  als  eine
Bildschirmzeile  im  1920-Format.   Auch  in  MicroDOS  wird  die
Ausführung  des  Inhaltes einer Kommandozeile durch  Drücken  der
Taste  <ENTER> veranlaßt.  Das Editieren in  einer  Kommandozeile
erfolgt jedoch nicht so wie in einer CAOS-Kommandozeile.

Der  CCP  von  MicroDOS ermöglicht  verschiedene  Zeilen-Editier-
Funktionen, die über die Control-Taste aufgerufen werden. Auf der
KC-Tastatur   ist   die  Funktion  über  die   Erstbelegung   der
Funktionstaste   <F1>   realisiert  (siehe   Manual).   Auf   den
Tastaturauflegern   zum  D004  ist  diese  Funktion   mit   CONTR
bezeichnet. Betätigt man in der PC-Betriebsart die Tasten der KC-
Tastatur

          <F1> und <A>

nacheinander,  so hat man das Steuerzeichen Control A aufgerufen,
das  jedoch  im System-Grundzustand keine Funktion hat.  Auf  dem
Bildschirm erscheint

          ^A

Das  "^"-Zeichen vor dem Buchstaben ist das  Control-Zeichen.  Es
wird auch im folgenden Text mit dieser Bedeutung verwendet.  Alle
Steuerzeichen,  die  im  System-Grundzustand von  MicroDOS  keine
Bedeutung  haben,  werden  in  dieser  Form  auf  dem  Bildschirm
ausgegeben, z. B.

          ^B, ^G oder ^K   (siehe auch Manual).

Die  folgenden  Steuerzeichen werden im  System-Grundzustand  von
MicroDOS bei der Eingabe von Kommandozeilen ausgewertet:

^E   Physisches  Zeilenende,  bewirkt den  Cursorrücklauf an  den
     Anfang  der  nächsten  Bildschirmzeile,   beendet  aber  die
     Kommandoeingabe nicht.
     Auf der KC-Tastatur auch über <CUU> erreichbar.

^H   Rücksetzen  des Cursors um eine Zeichenposition und  Löschen
     des Zeichens an dieser Stelle.
     Auf der KC-Tastatur auch über <CUL> erreichbar.

^I   Horizontal-Tabulator.  Bewirkt Tabulatorsprung zur  nächsten
     Spalte im achter Raster (1, 9, 17, 25...).
     Auf der KC-Tastatur auch über <SHIFT>-<SPACE> erreichbar.

^R   Bewirkt  nochmaliges  Anzeigen der Kommandoeingabe  auf  der
     nächsten Bildschirmzeile und schreibt "#" an das Zeilenende.
     Auf der KC-Tastatur auch über <SHIFT>-<CUU> erreichbar.

^U   Löschen der gesamten Eingabezeile im CCP. Auf dem Bildschirm
     bleiben die Zeichen stehen,  die sichtbare Eingabezeile wird
     mit  "#" beendet. Der Cursor wird an den Anfang der nächsten
     Bildschirmzeile positioniert.

^X   Löschen   der  gesamten  Eingabezeile im  CCP  und  auf  dem
     Bildschirm. Der Cursor nimmt wieder die Position ein, die er
     vor Eingabe der Kommandozeile hatte.
     Auf der KC-Tastatur auch über <CUD> erreichbar.

^W   Wiederholen der zuletzt eingegebenen Kommandozeile.

^^   Löschen des zuletzt  eingegebenen  Parameters der  Kommando-
     zeile.

DEL  Taste <DEL>. Wirkt wie ^H.

Die Ausführung einer Kommandozeile kann mit den Steuerzeichen  ^J
oder ^M veranlaßt werden. Die Funktion des Steuerzeichens ^M  ist
auf der KC-Tastatur auch über die Taste <ENTER> erreichbar.

Vor  der Interpretation einer Kommandozeile durch den CCP  werden
alle Kleinbuchstaben in Großbuchstaben umgewandelt.  Deshalb  ist
die  Eingabe eines Kommandos in Kleinbuchstaben gleichwertig  mit
dessen  Eingabe in Großbuchstaben.  Das ist auch der Grund dafür,
weshalb ein in Kleinbuchstaben eingegebenes Kommando,  das mit ^W
nochmal   auf   dem  Bildschirm  angezeigt   wird,   bei   dieser
Wiederholung mit Großbuchstaben erscheint.

Hinweis:

Weitere   spezielle   Zeilen-Editier-Funktionen  sind   bei   der
Ausführung der einzelnen transienten Kommandos möglich.  Sie sind
dort beschrieben.

2.4.2. Dauerhafte  Kommandos
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Die  dauerhaft gespeicherten MicroDOS-Kommandos sind  fester  Be-
standteil des CCP.  Sie können im System-Grundzustand sofort aus-
geführt  werden,  da  sie schon im Speicher  stehen.  Sie  werden
deshalb  als   residente  Kommandos  bezeichnet. Alle  residenten
MicroDOS-Kommandos bestehen aus nur einem Zeichen.  Das kann  ein
alphanumerisches Zeichen oder ein Steuerzeichen sein.

Residente  Kommandos,  die  aus  einem  alphanumerischen  Zeichen
bestehen,  können  im System-Grundzustand von MicroDOS eingegeben
werden.  Residente Kommandos dagegen, die aus einem Steuerzeichen
bestehen,  können außer im System-Grundzustand auch auf der Ebene
von Anwenderprogrammen gegeben werden. Voraussetzung hierfÜr ist,
daß   sich   das  Anwenderprogramm   der   Betriebssystemfunktion
"Eingabe" bedient (siehe Handbuch für den Programmierer).

Die residenten Kommandos von MicroDOS sind im Kapitel 3 beschrie-
ben.  Eine Übersicht zu den residenten Kommandos befindet sich in
Anlage 7.

2.4.3. Flüchtige Kommandos
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Die  flüchtigen  MicroDOS-Kommandos sind kein fester  Bestandteil
des CCP.  Diese Kommandos sind Programme, die als Dateien mit dem
Typ  COM  (command) oder SPR (system page  relocatable)  auf  der
Systemdiskette  enthalten sind.  Sie werden nach jedem Aufruf von
der  Diskette in den TPA geladen und können dann erst  ausgeführt
werden.  Nach  ihrer  Ausführung kehrt  MicroDOS  automatisch  in
seinen  System-Grundzustand zurück.  Aus diesem Grund werden  sie
flüchtige oder transiente Kommandos genannt.

Als   transiente   Kommandos  im  weiteren  Sinne   können   alle
lauffähigen Maschinenprogramme aufgefaßt werden.  Die transienten
Kommandos  werden  nur durch Angabe des  Namens  aufgerufen.  Das
Betriebssystem  sucht  die  jeweilige Datei dann zuerst  auf  dem
aktuellen  oder dem explizit angegebenen Laufwerk und danach  auf
dem  Systemlaufwerk.  Wird  keine COM-Datei mit  dem  angegebenen
Namen gefunden,  wird auf die gleiche Weise nach einer  SPR-Datei
gesucht.  Ist die im Kommando angegebene Datei gefunden, wird sie
in  den Speicher geladen.  Dabei werden COM-Dateien an den Anfang
des Benutzerspeichers (Adresse 100H) geladen, während SPR-Dateien
an das Ende des TPA, also direkt unter das Betriebssystem geladen
werden.  Nach dem Laden erfolgt der Start des jeweiligen  Maschi-
nenprogramms.

Als  transiente Kommandos des Betriebssystems MircoDOS im engeren
Sinne  können  einige Hilfsprogramme bezeichnet  werden,  die  in
enger Beziehung zum Betriebssystem und zur jeweiligen Generierung
stehen. Diese transienten Kommandos werden im Kapitel 4 beschrie-
ben.

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