HomeHandbücherD004 Handbuch ]

3. Residente Kommandos

Residente Kommandos sind die im MicroDOS  dauerhaft gespeicherten
Kommandos.  Auf  sie kann nach einem Kalt- oder Warmstart  (siehe
Abschnitt 1.2.5.) sofort zugegriffen werden. Sie werden nicht von
der  Diskette  nachgeladen  und benötigen  zu  ihrer  Abarbeitung
keinen TPA-Speicherbereich.

3.1. Zeichen-Kommandos

Die   Zeichen-Kommandos   von   MicroDOS   bestehen   aus   einem
alphanumerischen  Zeichen.  Nach Abschluß einer Kommandozeile mit
einem   Zeichen-Kommando  wird  die  Eingabe  von  MicroDOS   auf
Zulässigkeit  und Richtigkeit geprüft.  Zwischen dem Kommando und
folgenden Parametern ist ein Leerzeichen einzugeben. MicroDOS hat
sieben residente Zeichen-Kommandos.

Soll sich die Ausführung des Kommandos auf Dateien eines  anderen
logischen  Laufwerkes  beziehen  (ohne Umstellung  des  aktuellen
logischen Laufwerkes), so sind vor der Dateibezeichnung bzw.  der
Dateigruppenbezeichnung   das   Laufwerk  und   ein   Doppelpunkt
anzugeben.

Für  den Begriff Dateigruppenbezeichnung wird im  folgenden  auch
der Begriff mehrdeutige Dateibezeichnung verwendet.

3.1.1. D  Directory
-------------------

Das  Directory-Kommando gibt die Bezeichnungen von  Dateien,  die
sich  auf  einer bestimmten Diskette befinden auf dem  Bildschirm
aus. Es sind folgende Formen des Kommandos möglich:

     (a)  D
     (b)  D d:
     (c)  D d:afn

Dabei  gibt  Form  (a)  alle Dateien  an,  welche  sich  auf  dem
aktuellen Laufwerk befinden.  Form (b) zeigt die Dateien, die auf
dem  angegebenen Laufwerk d vorhanden sind.  Mit Form (c)  werden
schließlich  alle Dateien auf dem Laufwerk d angezeigt,  die  der
Dateigruppenbezeichnung afn entsprechen.

Die Anzeige der Dateibezeichnungen erfolgt in vier Spalten, wobei
am Anfang einer Zeile das jeweilige Laufwerk angegeben  wird.  Es
werden  auch  die Dateiattribute den Dateibezeichnungen  angefügt
(siehe Abschnitt 2.3.6.).  Dabei bedeutet ein "R", daß es sich um
eine  schreibgeschützte  Datei handelt, und ein "S"  kennzeichnet
eine Datei als Systemdatei.

Ist auf der Diskette keine Datei vorhanden bzw.  entspricht keine
Dateibezeichnung der im Kommando angegebenen Gruppe,  so wird auf
dem Bildschirm die Meldung

          keine Datei

ausgegeben.

3.1.2. E  Erase
---------------

Das Erase-Kommando ermöglicht das Löschen einzelner Dateien  oder
ganzer Gruppen von Dateien. Es hat die Form:

          E afn             ,

wobei  afn  eine  Dateibezeichnung  oder  Dateigruppenbezeichnung
darstellt.  Nach der Eingabe des Kommandos fordert das System mit
der Ausschrift

          löschen (J/N)?

eine  nochmalige  Bestätigung  des  Kommandos  vom  Bediener  ab.
Antwortet der Bediener daraufhin mit

          J             ,

so  wird die Datei bzw.  Dateigruppe gelöscht.  Bei  der  Eingabe
eines anderen Zeichens wird das Kommando abgebrochen.

Es ist nützlich zu wissen, daß die Dateien auf der Diskette nicht
physisch gelöscht werden, sondern nur ein entsprechendes Kennzei-
chen im Inhaltsverzeichnis gesetzt wird.

Das  Löschen von Systemdateien ist nicht möglich.  Diese  Dateien
können  erst  nach  Änderung des  entsprechenden  Dateiattributes
gelöscht  werden. Der  Versuch, eine schreibgeschützte  Datei  zu
löschen, führt zu einer Fehlermeldung.  Wird die dabei  gestellte
Frage nach Ignorierung des Fehlers mit <J> beantwortet,  so  wird
diese Datei trotz Schreibschutz gelöscht!

3.1.3. S  System
----------------

Im  Betriebssystem MicroDOS wird ein Laufwerk als  Systemlaufwerk
vereinbart.  Das  hat die Bedeutung,  daß Dateien,  die  auf  dem
aktuellen  bzw.  dem explizit angegebenen Laufwerk nicht gefunden
werden,  zusätzlich  auch auf dem Systemlaufwerk gesucht  werden.
Falls  sie dort vorhanden und mit dem Dateiattribut SYS  versehen
sind, kann auf diese Dateien ohne Angabe des Laufwerkes zugegrif-
fen werden. So empfiehlt es sich,  häufig  benutzte Programme mit
dem  Systemattribut SYS zu versehen und  auf  dem  Systemlaufwerk
abzulegen. Diese Programme können dann von jedem beliebigen aktu-
ellen Laufwerk aus,  ohne Angabe des Laufwerks, gestartet werden.

Beim Kaltstart ist das Laufwerk B als Systemlaufwerk  festgelegt.
Soll  das  Systemlaufwerk  gewechselt werden,  kann das  mit  dem
Kommando

          S d:

erreicht werden, wobei d: das neue Systemlaufwerk bezeichnet.

Hierbei ist zu beachten,  daß das als Systemlaufwerk  deklarierte
logische  Laufwerk auch tatsächlich eine Diskette   enthält,  auf
die  zugegriffen werden kann.  Ist das nicht der  Fall,  entsteht
eine Fehlermeldung beim Versuch, eine  Datei  vom  Systemlaufwerk
zu laden,  nachdem sie auf dem aktuellen Laufwerk  nicht gefunden
wurde.  Im  folgenden  Beispiel tritt eine  solche  Fehlermeldung
auf.

Nach dem Kaltstart der PC-Betriebsart  mittels der  D004-Diskette
gilt  folgende  Zuordnung  für  die  logischen  Laufwerke  (siehe
Abschnitt 1.3.):

A:   RAM-Floppy
B:   physisches Laufwerk 0,  5 * 1024 * 80 * 2, Offset 2
C:   physisches Laufwerk 0, 16 *  256 * 80 * 2, Offset 2

Nach   dem   Kaltstart   ist   weiterhin  das  Laufwerk   B   als
Systemlaufwerk   eingestellt.    Versucht  man  hier  von   einer
Diskette  im aktuellen  Laufwerk C eine  Datei zu laden,  die auf
dieser Diskette  nicht vorhanden ist,  sucht MicroDOS diese Datei
automatisch  auch auf dem  Systemlaufwerk, dem logischen Laufwerk
B.  Da sowohl C als auch B  dem physischen Laufwerk 0  zugeordnet
sind,   entsteht  jetzt   zwangsläufig  ein  Konflikt,   der  die
Fehlermeldung liefert.

Als   Ausweg   bietet sich hier  an,   entweder  A  oder  C   als
Systemlaufwerk zu vereinbaren. Verallgemeinert gilt also: Ein als
Systemlaufwerk deklariertes logisches Laufwerk sollte stets  eine
Diskette enthalten, auf die lesend zugegriffen werden kann.

3.1.4. <  Input
---------------

Das Betriebssystem MicroDOS bietet die Möglichkeit,  die  Eingabe
einer  Folge  von  Kommandos aus einer Datei heraus  erfolgen  zu
lassen.  Das heißt,  die Folge von Kommandos wird nicht über  die
Tastatur  eingegeben,  sondern  aus der Datei afn  gelesen.  Dazu
dient das Input-Kommando in der Form

          < afn          ,

wobei afn eine eindeutige Dateibezeichnung darstellt. Diese Datei
muß  eine  Textdatei  sein,  die  mit  einem  Texteditor  (z.  B.
TPKC.COM) erstellt wurde.

In dieser Datei können alle notwendigen residenten oder transien-
ten  Kommandos sowie Programmeingaben abgelegt sein,  welche  für
die Abarbeitung eines bestimmten Prozesses notwendig  sind.  Alle
Kommandos  werden  in  der Reihenfolge ihres  Auftretens  in  der
Kommandodatei  abgearbeitet und eventuelle Eingaben in das jewei-
lige  Programm  übernommen.  Ist das Ende der  Kommandodatei  er-
reicht, kehrt die Steuerung zum Betriebssystem zurück.

In  der Kommandodatei können auch Kommentare  zur  Verdeutlichung
des Ablaufs  enthalten sein.  Diese werden durch ein Semikolon am
Zeilenanfang   gekennzeichnet   und   lösen  keine   Aktion   des
Betriebssystems aus.

Als   Beispiel  für   eine  Kommandodatei  seien  die   Kommandos
angeführt,  die  notwendig sind,  um das  Textverarbeitungssystem
von  der D004-Diskette auf das RAM-Floppy zu kopieren und dort zu
starten.

       ;
       ; Textverarbeitungssystem wird auf RAM-Floppy kopiert und
       ; gestartet
       ;
       STAT TPKC.COM $DIR
       STAT TP*.OVR $DIR
       PIP A:=TPKC.COM
       PIP A:=TP*.OVR
       STAT TPKC.COM $SYS
       STAT TP*.OVR $SYS
       A:
       TPKC

Diese Kommandodatei wird mit dem Textverarbeitungssystem,  z.  B.
unter dem Namen LAD.SUB, erstellt und kann dann mit

          < LAD.SUB

zur  Abarbeitung  aufgerufen  werden.  Damit  stellt  das  Input-
Kommando eine einfache Form der Stapelverarbeitung dar.

Wird  die  Kommandodatei  unter  dem Namen  INITIAL.SUB  auf  der
Systemdiskette abgelegt,  so erfolgt ein automatischer Aufruf der
Kommandos beim Kaltstart des Systems.

Mit dem Input-Kommando kann auch die INITIAL.SUB-Datei der  D004-
Diskette mit

          < INITIAL.SUB

jederzeit zur Abarbeitung aufgerufen werden.

3.1.5. >  Output
----------------

Ebenso,  wie die Tastatureingabe aus einer Datei heraus  erfolgen
kann, ist es in MicroDOS auch möglich, eine Bildschirmausgabe auf
eine Datei umzulenken.  Das bedeutet,  daß alle Zeichen,  die auf
dem  Bildschirm erscheinen sowie alle Steuerzeichen,  die Zeilen-
Editier-Funktionen  haben,  zusätzlich  in einer  Datei  abgelegt
werden. Dazu muß mit dem Kommando

          > afn

eine entsprechende Datei eröffnet werden,  wobei afn eine  belie-
bige eindeutige Dateibezeichnung darstellt.  Die parallele Ausga-
benumleitung  bleibt  bis zum nächsten Warmstart (^C,  siehe  Ab-
schnitt  3.2.1.) bzw.  bis zur Eingabe des  Close-Kommandos  (^F,
siehe  Abschnitt  3.2.3.) erhalten.  Die Dateien können  mit  dem
Textverarbeitungssystem weiterbearbeitet werden.

Mit  diesem  Kommando  kann  z.   B.  die  Arbeit  des  Bedieners
protokolliert werden.

Hinweis:  Dateien, die mit Output-Kommandos erstellt werden, sind
          keine  reinen Kommandodateien,  die das  Input-Kommando
          fordern.      Diese      Dateien     enthalten     alle
          Bildschirmausgaben,  also  auch die  Steuerzeichen  und
          würden  deshalb bei Aufruf durch das Input-Kommando  zu
          vielen Fehlermeldungen führen.

3.1.6. O  Offset
----------------

Bei  vielen CP/M-kompatiblen Betriebssystemen (auch bei MicroDOS)
werden  am  Anfang der Diskette einige Spuren für  das  Betriebs-
system  reserviert.  Die Anzahl der reservierten Spuren wird  mit
Offset  bezeichnet.  Mit dem Offset-Kommando kann der Offset  für
jedes Laufwerk einzeln festgelegt werden. Es sind folgende Formen
für das Kommando möglich:

          (a)  O
          (b)  O n
          (c)  O d:n

Dabei  zeigt  Form  (a)  die  Offset-Werte  für  alle   logischen
Laufwerke  an.  Form (b) setzt den Offset des aktuellen Laufwerks
auf n und Form (c) setzt den Offset für das angegebene Laufwerk d
auf den Wert n.

Im  Betriebssystem  MicroDOS  des  KC-Floppy-System  wird auf den
Systemdisketten  der  Offset 2 benutzt.  Das  bedeutet,  daß  das
Inhaltsverzeichnis der Diskette auf Spur 2 abgelegt ist.

Achtung !

Bei  einer  Änderung der Anzahl der Systemspuren mit dem  Offset-
Kommando O erfolgt keine Korrektur  der  Diskettenkapazität.  Das
hat  zur  Folge,  daß  bei  Verwendung des  Kommandos  STAT   die
ursprüngliche Diskettenkapazität und die ursprüngliche Anzahl der
Systemspuren angezeigt werden.

Eine  Änderung  des Offsets für ein logisches Laufwerk  ist  auch
unter  MSYSG  möglich  (siehe Abschnitt  4.2.).  Dann  tritt  der
beschriebene Effekt nicht auf.

3.1.7. U  User
--------------

Zum  Zwecke der besseren Übersicht und der  logischen  Aufteilung
des Disketteninhalts ist es möglich, auf einer Diskette bis zu 16
verschiedene  Benutzer-Bereiche  zu vereinbaren. Der  Wechsel  in
einen anderen User-Bereich erfolgt mit dem User-Kommando

          U n           ,

wobei  n  den  neuen Benutzer-Bereich  bezeichnet.  Der  aktuelle
Benutzer-Bereich wird auch in der Eingabeaufforderung des Systems
angegeben,  wenn es sich nicht um den Bereich 0 handelt. In einem
bestimmten Benutzer-Bereich kann nur auf die Dateien  zugegriffen
werden, die auch in diesem Bereich angelegt worden sind.

Beispiel: Die Eingabe

          U 3                    aktualisiert den User-Bereich 3.

Auf dem Bildschirm erscheint die Eingabeaufforderung

          3B>_           ,

wenn B das aktuelle Laufwerk ist.  Die Eingabe des User-Kommandos
ohne Parameter führt in den User-Bereich 0 zurück.

3.2. Steuerzeichen-Kommandos

Die   residenten   Steuerzeichen-Kommandos  bestehen  aus   einem
Steuerzeichen.  Sie  können  sowohl  im  System-Grundzustand  von
MicroDOS, als auch auf der Ebene von  Anwenderprogrammen  gegeben
werden, wenn diese die Betriebssystemfunktion "Eingabe" nutzen.

3.2.1. ^C  Warmboot
-------------------

Warmboot  ist  der englische Ausdruck für Warmstart  (siehe  auch
Abschnitt 1.2.5.).

Durch Eingabe des Steuerzeichens ^C (Taste <BRK>) kann der  soge-
nannte  Warmstart  des Betriebssystems  ausgelöst  werden.  Damit
kehrt  die Steuerung wieder auf das Kommandoniveau des  Betriebs-
systems zurück. Wie bei den anderen Steuerzeichen ist die Eingabe
des  Warmboot-Kommandos nur möglich,  wenn die BDOS-Eingabe-Funk-
tion  aufgerufen  wird.  Das Warmboot-Kommando muß am Anfang  der
Eingabezeile eingegeben werden.

3.2.2. ^D  Background
---------------------

Mit dem Background-Kommando ist es möglich,  ein gerade laufendes
Programm in den Hintergrund zu schalten und aus dem System heraus
eines  der residenten Kommandos auszulösen.  Die Eingabe des Kom-
mandos ist immer dann möglich,  wenn das Anwenderprogramm in  der
Systemfunktion "Eingabe" auf eine Reaktion des Bedieners wartet.

Wird  dabei  das  Steuerzeichen  "^D"  eingegeben,  so  wird  das
Anwenderprogramm  verlassen  und  das System meldet sich  in  der
nächsten   Bildschirmzeile   mit   dem  Zeichen   ">"   und   der
Standardeingabeaufforderung "d>_".  Jetzt ist es  möglich,  eines
der   residenten  Kommandos  einzugeben.   Nach  Abarbeitung  des
Kommandos kehrt die Steuerung wieder zum Anwenderprogramm zurück.

Als  Beispiel sei die Anwendung des Background-Kommandos aus  PIP
(siehe Abschnitt 4.5.) heraus angeführt.  Angenommen man will mit
PIP eine Datei auf das RAM-Floppy kopieren,  hat aber nach Aufruf
von  PIP  und  den ersten Eingaben  die  genaue  Dateibezeichnung
vergessen,  dann  kann man mit "^D" PIP verlassen,  das Directory
aufrufen  und danach die Eingaben in PIP  fortsetzen.

Mit   einer  D004-Diskette  ergibt  sich   folgende   Bildschirm-
darstellung:

          B>PIP               ; Aufruf von PIP
          *A:=B:              ; Promptzeichen von PIP
                              ; Beginn  des  Kopierauftrages  und
                              ; verlassen von PIP mit ^D
          >B>D M*.COM         ; Directoryaufruf
          MSYSG.COM           ; Directory
          >MSYSG.COM          ; Fortsetzung des Kopierauftrages
          *                   ; Kopiervorgang
          B>_                 ; Verlassen von PIP mit <ENTER>

Wenn  das  Anwenderprogramm  nicht die  BDOS-Funktionen  benutzt,
sondern  direkt  mit dem BIOS arbeitet,  wird  das  Steuerzeichen
nicht  wie im System ausgewertet und die Eingabe des  Background-
Kommandos ist nicht möglich.

3.2.3. ^F  Close
----------------

Das  Close-Kommando bewirkt die Schließung einer Datei,  die  mit
dem  Output-Kommando  eröffnet  wurde (siehe  Abschnitt  3.1.5.).
Damit    werden   die   Bildschirmausgaben    von    System- oder
Anwenderprogramm nicht weiter in einer Datei abgelegt.

Wie  bei  allen  Kommandos,  welche  über  Steuerzeichen  gegeben
werden,  ist auch das Close-Kommando nur möglich,  wenn die BDOS-
Funktionen benutzt werden.

3.2.4. ^P  Print
----------------

Das  Print-Kommando  stellt auch eine Form  der  Ausgabeumleitung
dar.  Durch  Eingabe des Steuerzeichens ^P wird das System veran-
laßt,  alle  Bildschirmausgaben zusätzlich auch auf  dem  Drucker
auszudrucken.  Das  Steuerzeichen ^P wirkt dabei jeweils umschal-
tend,  d.  h.  bei der nächsten Betätigung der ^P-Taste wird  der
Drucker wieder weggeschaltet.

3.2.5. ^S  Stop
---------------

Zur  Unterbrechung von umfangreichen Bildschirmausgaben durch den
Bediener ist das Stop-Kommando vorgesehen. Bei Betätigung der ^S-
Taste  (<STOP>)  wird die Bildschirmausgabe  angehalten  und  der
Bediener hat die Möglichkeit, die Ausgabe beliebig lange zu  stu-
dieren.  Erst  wenn daraufhin das Go-Kommando (^Q) gegeben  wird,
erfolgt eine weitere Abarbeitung des laufenden Programms.

3.2.6. ^Q  Go
-------------

Wurde die Bildschirmausgabe mit dem Stop-Kommando angehalten,  so
können  durch  Eingabe des Steuerzeichens "^Q"  die  Ausgabe  und
damit der Ablauf des Programms weitergeführt werden.

3.3. Zusatzkommandos

Das   Betriebssystem  MicroDOS  gestattet  die  Vereinbarung  von
zusätzlichen  residenten  Kommandos,  die durch die  Eingabe  der
Ziffern 0 bis 9 ausgelöst werden.  Diese  Zusatzkommandos  müssen
bei  der  Generierung  im  BIOS  abgelegt  werden.  Der  folgende
Abschnitt  beschreibt die Wirkung der im Betriebssystem der D004-
Diskette generierten Zusatzkommandos.

3.3.1. 0 (BYE)
--------------

Das  Zusatzkommando 0 bewirkt das gleiche wie die BASIC-Anweisung
BYE im Kommandomodus des BASIC-Interpreters des Grundgerätes: Die
aktuelle Betriebsart wird verlassen und es erfolgt ein Rücksprung
in  das Betriebssystem CAOS  des  Grundgerätes.  Nach Aufruf  des
Zusatzkommandos 0 wird der Bildschirm gelöscht und das  CAOS-Menü
des verwendeten Grundgerätes erscheint.

Nach dem Verlassen der PC-Betriebsart über 0 ist eine Rückkehr in
die PC-Betriebsart über den Rückstart, also mit

     JUMP FC 0

möglich   (siehe  auch  Abschnitt  1.2.5.).   Dabei  bleibt   der
eventuelle Inhalt des RAM-Floppys erhalten. Erfolgt eine Rückkehr
in die PC-Betriebsart über den Kaltstart

     JUMP FC       ,

so wird das Directory des RAM-Floppys gelöscht.

3.3.2. 1 (CLS)
--------------

Das  Zusatzkommando 1 bewirkt das gleiche wie die BASIC-Anweisung
CLS im Kommandomodus des BASIC-Interpreters des Grundgerätes.

Nach  Aufruf des Zusatzkommandos 1 wird der  Bildschirm  gelöscht
und  die Bereitschaftsmeldung des Systems erscheint am Anfang der
ersten Bildschirmzeile.

3.3.3. 2 (KEYLIST)
------------------

Das Zusatzkommando 2 bewirkt das gleiche wie das Kommando KEYLIST
des CAOS-Menüs.

Nach  Aufruf des Zusatzkommandos 2 wird der  Bildschirm gelöscht,
und  es  erscheint  im CAOS-Format die Liste der  Belegung  aller
Funktionstasten.

3.3.4. 3 (KEY)
--------------

Das  Zusatzkommando 3 ermöglicht ein Belegen der  Funktionstasten
der KC-Tastatur von der PC-Betriebsart aus. Es wird nahezu analog
zum Kommando KEY des CAOS-Menüs bedient.

Nach Aufruf des Zusatzkommandos

     3 n

wird  der Bildschirm gelöscht und Funktionstaste n kann im  CAOS-
Format  beschrieben werden.  Die Funktionstasten-Nummer n (1  bis
12)  ist  als Hexadezimalziffer, einzugeben also 1H  bis CH.  Als
Tastenbelegungen    können    alle    alphanumerischen    Zeichen
(Buchstaben, Ziffern, Zeichen) programmiert werden. Steuerzeichen
und  Sonderfunktionen  der Steuer- und Editiertasten sind in  der
PC-Betriebsart  als Funktionstastenbelegung verboten.

Im  Eingabemodus zur Funktionstastenbelegung kann mit der  Zweit-
belegung  der  Taste  <CURSOR  LEFT>,   also  mit  <SHIFT>-<CUL>,
korrigiert werden.  Der Eingabemodus wird  mit der Taste  <STOP>
beendet.

3.3.5. 4 (Systemuhr)
--------------------

Mit  dem Zusatzkommando 4 wird die Systemuhr des  Betriebssystems
der  PC-Betriebsart  angesprochen.  Folgende Formen sind für  das
Zusatzkommando möglich:

          (a)  4
          (b)  4 hh:mm:ss
          (c)  4 x

Form  (a)  zeigt  den  aktuellen  Stand  der  Systemuhr  an.  Die
Systemuhr  läuft  bei  jedem  Kaltstart  der  PC-Betriebsart  bei
00:00:00 Uhr los.  Stellt man die Systemuhr nicht,  kann man über
Form (a) des Zusatzkommandos 4 abfragen,  wie lange man schon  in
der PC-Betriebsart arbeitet.

Form  (b)  ermöglicht ein Stellen der  Systemuhr.  Die  Parameter
haben  folgende Bedeutung:  hh = Stundenzahl,  mm =  Minutenzahl,
ss  = Sekundenzahl.  Über Form (a) des Zusatzkommandos 4 kann man
nach dem Stellen der Uhr die aktuelle Uhrzeit abfragen.

Form (c) schaltet die Uhr ab. Als Parameter muß der Buchstabe "x"
eingegeben  werden.  Eine  Fortsetzung der  Zeitzählung ist nicht
möglich.  Die Uhr läuft nur nach einem Kaltstart der PC-Betriebs-
art wieder an.

3.3.6. 5 bis 9 (Wiederstart)
----------------------------

Die Zusatzkommandos 5 bis 9 sind in der MicroDOS-Version für  die
PC-Betriebsart  des  KC-Floppy-Systems nicht  implementiert.  Die
Eingabe  eines dieser Zusatzkommandos führt zu einem  Sprung  auf
die Adresse 100H im RAM des FLOPPY DISK BASIS. Das hat zur Folge,
daß ein Anwenderprogramm,  das sich noch im RAM befindet,  erneut
gestartet wird.  Dieser Vorgang ist mit dem Begriff "Wiederstart"
bezeichnet.

>>>