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5. Kommandodateien

Bis   hierher   wurden  fast  alle  Dateien   der   D004-Diskette
beschrieben.   Es   fehlen   noch  die  Beschreibungen   zu   den
Textprozessor-Dateien mit der Dateigruppenbezeichnung TP*.*   und
zur Datei INITIAL.SUB.  Zum Textprozessor gibt es ein gesondertes
Handbuch, das zum Lieferumfang des FLOPPY DISK BASIS gehört.

Das folgende Kapitel befaßt sich mit Kommandodateien,  z.  B. mit
der Datei INITIAL.SUB. Kommandodateien werden mit dem Textprozes-
sor erstellt und verändert.  Zum Verständnis bzw. zum Nachvollzug
der Beispiele sind Kenntnisse bzw. Fertigkeiten in der Handhabung
des  Textprozessors  erforderlich.  Das Kapitel  beschränkt  sich
darauf,  die Wirkungsweise der Kommandodateien zu erläutern.  Die
Bedienhandlungen im Textprozessor zum Erstellen einer Kommandoda-
tei werden nicht dargestellt.

5.1. Allgemeine Form einer Kommandodatei

Eine Kommandodatei ist die Aneinanderreihung einzelner  Kommando-
zeilen  in  der Form, in der sie auch von der Tastatur eingegeben
werden können (siehe Abschnitt 2.4.1.). Die Kommandozeilen können
alle  residenten  Zeichen-Kommandos  enthalten  (siehe  Abschnitt
3.1.).  Parameter  werden (wie in Abschnitt 2.4.1.  angegeben und
wie  von den einzelnen Kommandos gefordert) in der  Kommandozeile
angeschlossen. Eine Kommandozeile darf 127 Zeichen lang sein.

Eine  Kommandodatei wird mit Hilfe des  Textprozessors  erstellt.
Dabei  ist die Bezeichnung für eine MicroDOS-Kaltstartdatei zwin-
gend vorgeschrieben mit INITIAL.SUB.  Für andere  Kommandodateien
ist die Dateibezeichnung frei wählbar.  Im Interesse eines leich-
teren Überblicks über die auf einer Diskette befindlichen Dateien
empfiehlt  sich die Verwendung des Dateityps SUB für alle Komman-
dodateien.

Eine Kommandozeile nimmt in der Kommandodatei eine Textzeile ein.
Das Zeilenende der Textzeile wird bei der Ausführung der  Komman-
dodatei  wie die Betätigung von <ENTER> bei Kommandoeingabe  über
Tastatur  gewertet.  Eine Kommandodatei kann auch Tastaturbetäti-
gungen  beinhalten,  wie sie z.  B.  zur Bedienung des  Kommandos
FORMAT erforderlich sind. Wird an einer Stelle nur die Betätigung
der  Taste  <ENTER> gefordert,  muß die Kommandodatei  an  dieser
Stelle eine Leerzeile enthalten.

Soll  aus einer Kommandodatei heraus ein Kommentar am  Bildschirm
angezeigt  werden,  so muß die entsprechende Textzeile mit  einem
Semikolon beginnen. Die Beispiele der folgenden Abschnitte werden
die Zusammenhänge verdeutlichen.

5.2. Die Kaltstartdatei INITIAL.SUB der D004-Diskette

Befindet    sich   auf   einer    MicroDOS-Systemdiskette    eine
Kommandodatei mit der Dateibezeichnung

          INITIAL.SUB        ,

so  werden  die darin enthaltenen Kommandos bei  jedem  Kaltstart
automatisch ausgeführt.

Enthält die Datei z. B. folgende Zeilen

          ; Kommentar
          ; Kommentar
          B:
          D               ,

so läuft nach dem Kaltstart folgendes ab:

     - die  Kommentarzeilen werden auf dem  Bildschirm ausgegeben
       (sie  können z.  B.  Informationen über die Parameter  der
       logischen Laufwerke enthalten),
     - es wird von Laufwerk A auf Laufwerk B umgeschaltet und
     - das Directory der Diskette in Laufwerk B wird angezeigt.

Eine  solche  Kommandodatei befindet sich auf der  D004-Diskette.
Mit dem Textprozessor kann sie nach Belieben verändert werden, um
beim Kaltstart andere Kommandofolgen abzuarbeiten.

5.3. Beispiele für Kommandodateien

5.3.1. Herstellen einer MicroDOS-Systemdiskette
-----------------------------------------------

Mit der Beispielkonfiguration des KC-Floppy-Systems nach Anlage 1
(94   KByte   RAM-Floppy)  und  den   folgenden   Kommandodateien
VORSYD.SUB  und  STASYD.SUB kann eine MicroDOS-Systemdikette  mit
einigen  wichtigen,  transienten  MicroDOS-Kommandos  hergestellt
werden.

Voraussetzungen für das Herstellen einer  MicroDOS-Systemdiskette
sind:

- das  Vorhandensein  eines KC-Floppy-Systems mit  mindestens  94
  KByte RAM-Floppy und
- das Vorhandensein der Kommandodateien VORSYD.SUB und STASYD.SUB
  auf der D004-Diskette.

Die Kommandodateien müssen vom Anwender selbst eingegeben und auf
Diskette  gespeichert werden. Beim Erstellen der Datei ist darauf
zu achten, daß die letzte Kommandozeile mit <ENTER> abgeschlossen
wird. Mit dem Kommando

          < VORSYD.SUB

wird die Kommandodatei gestartet.

Die Kommandodatei VORSYD.SUB hat folgendes Aussehen:

1
;
; Kommandodatei VORSYD.SUB
;
; Vorbereitung zum Herstellen einer Systemdiskette
;
; 94 KByte RAM-Floppy erforderlich! D004-Diskette im Laufwerk B?!
;
STAT *.* $DIR
PIP
A:=FORMAT.COM
A:=MSYSG.COM
A:=STAT.COM
A:=PIP.COM
A:=COMPUMOD.COM
A:=TYPEMOD.COM
A:=KCEMPF.COM
A:=KCSEND.COM
A:=K*.LST
A:=S*.LST
A:=CAOSDISK.COM
A:=V24H12.KOP
A:=STASYD.SUB
A:=INITIAL.SUB

STAT A:*.* $R/W
A:
1
;
; N E U E   D I S K E T T E   E I N L E G E N !!  Ins Laufwerk B!
;
; Formatieren und Bespielen werden mit dem Kommando
;
; < STASYD.SUB                ausgefuehrt.

Diese Kommandodatei veranlaßt, daß alle Dateien das Dateiattribut
DIR  erhalten,  um dann mit PIP ins RAM-Floppy kopiert werden  zu
können. Dann wird vom Laufwerk A aus das weitere Vorgehen auf dem
Bildschirm angezeigt.

Die Kommandodatei STASYD.SUB hat folgenden Inhalt:

1
;
; Kommandodatei STASYD.SUB
;
; Start der Herstellung der neuen Systemdiskette
;
FORMAT
B
3
J
N
MSYSG
4
B
0
PIP B:=A:*.*
B:
STAT *.* $R/O
STAT *.COM $SYS
STAT *.KOP $SYS
STAT *.LST $SYS
1
;
; Hier ist der Inhalt der neuen Diskette!
D
; Wenn diese Systemdiskette zu einer neuen D004-Diskette
; vervollstaendigt werden soll, muss wieder die
; "alte" D004-Diskette eingelegt werden.

Diese  Kommandodatei ruft FORMAT auf und bedient es so,  daß  die
neu  eingelegte   Diskette  im Laufwerk B mit  dem  Format  einer
MicroDOS-Systemdiskette   formatiert   wird.   Dann  wird   MSYSG
aufgerufen und so bedient, daß das Betriebssystem unverändert auf
die  neue Diskette übernommen wird (siehe  Abschnitt  4.2.).  Das
Kommando  PIP B:=A:*.* überspielt alle Dateien vom RAM-Floppy auf
die  neue  Diskette  im Laufwerk B.  Dann  wird  auf  Laufwerk  B
umgeschaltet, die Dateiattribute werden gesetzt und das Directory
der neuen MicroDOS-Systemdiskette wird angezeigt.

5.3.2. Dublizieren der D004-Diskette
------------------------------------

Von  Disketten  mit wichtigen Dateien sollte stets  eine  Sicher-
heitskopie  verfügbar  sein.  Die D004-Diskette ist  eine  solche
Diskette  mit wichtigen Dateien.  Sie ist die Grundlage  für  die
Arbeit mit dem KC-Floppy-System.

Ein  komplettes  Dublizieren der D004-Diskette ist mit  der  Bei-
spielkonfiguration  des KC-Floppy-Systems nicht  möglich,  da  im
KC85/4 bei einem gesteckten 64 KByte RAM-Modul nur ein RAM-Floppy
von  94  KByte zur Verfügung steht,  sämtliche Dateien der  D004-
Diskette  aber  mehr Speicherplatz benötigen (bei KC85/2  und  /3
sind zwei 64 KByte RAM-Module erforderlich).

Deshalb  ist  ein Dublizieren in vier Etappen notwendig.  Da  die
D004-Diskette  eine MicroDOS-Systemdiskette ist,  ist  die  erste
Etappe  identisch mit dem Anlegen einer solchen durch  VORSYD.SUB
und STASYD.SUB (siehe Abschnitt 5.3.1.). In drei weiteren Etappen
wird  mit Hilfe von sechs Kommandodateien,  für jede Etappe  zwei
Dateien,  die in der ersten Etappe entstandene Systemdiskette zur
D004-Diskette vervollständigt.

Die  Kommandodateien  müssen vom Anwender eingegeben und auf  die
D004-Diskette gespeichert werden.  Beim Erstellen der Dateien ist
darauf zu achten,  daß die letzte Kommandozeile mit <ENTER> abzu-
schließen ist. Mit dem Kommando

< VORDUB1.SUB

wird  die Vorbereitung des Dublizierens gestartet.  Alle weiteren
Anweisungen  erhält man durch die Kommandodateien über den  Bild-
schirm.

Im folgenden werden die Inhalte der Kommandodateien aufgeführt.

Inhalt der Kommandodatei VORDUB1.SUB:

1
;
; Kommandodatei VORDUB1.SUB
;
; D004-Diskette im Laufwerk B?!
;
E A:*.*
J
PIP
A:=TP*.TXT
A:=TP*.OVR
A:=STADUB1.SUB

STAT A:*.* $R/W
A:
1
;
; ENTSTEHENDE DISKETTE EINLEGEN !!!
;
; Kommando
;
; < STADUB1.SUB           eingeben!

Inhalt der Kommandodatei STADUB1.SUB:

1
;
; Kommandodatei STADUB1.SUB
;
B:
PIP B:=A:*.*

1
; D004-DISKETTE EINLEGEN und mit
;
; < VORDUB2.SUB      fortsetzen!

Inhalt der Kommandodatei VORDUB2.SUB:

1
;
; Kommandodatei VORDUB2.SUB
;
E A:*.*
J
PIP
A:=TPINSTD.001
A:=TPKC.COM
A:=STADUB2.SUB

STAT A:*.* $R/W
A:
1
; ENTSTEHENDE DISKETTE EINLEGEN !!!
;
; < STADUB2.SUB           eingeben!

Inhalt der Kommandodatei STADUB2.SUB:

1
;
; Kommandodatei STADUB2.SUB
;
B:
PIP B:=A:*.*
1
;
; D004-DISKETTE EINLEGEN und mit
;
; < VORDUB3.SUB      fortsetzen!

Inhalt der Kommandodatei VORDUB3.SUB:

1
;
; Kommandodatei VORDUB3.SUB
;
E A:*.*
J
PIP
A:=TPINSTD.000
A:=TPINSTD.002
A:=TPINSTD.COM
A:=STADUB3.SUB

STAT A:*.* $R/W
STAT *.COM $SYS
STAT *.OVR $SYS
STAT *.LST $SYS
STAT *.0* $SYS
A:
;
; ENTSTEHENDE DISKETTE EINLEGEN und
;
; < STADUB3.SUB           eingeben!

Inhalt der Kommandodatei STADUB3.SUB:

1
;
; Kommandodatei STADUB3.SUB
;
B:
PIP B:=A:*.*
STAT *.* $R/O
STAT *.COM $SYS
STAT *.OVR $SYS
STAT *.0* $SYS
1
;
; Hier ist das Directory der neuen D004-Diskette!
D

Die  Auswahl der in den Kommandodateien angegebenen,  jeweils  zu
kopierenden  Dateien wurde so getroffen,  daß das 94 KByte  große
RAM-Floppy jedesmal nahezu ausgeschöpft wird.

5.3.3. Textprozessorstart nach Kaltstart
----------------------------------------

Angenommen, eine MicroDOS-Systemdiskette wird vorrangig zur Text-
verarbeitung verwendet, dann kann die Kaltstart-Kommandodatei den
Start des Textprozessors veranlassen. Diese Kommandodatei muß die
Dateibezeichnung  INITIAL.SUB  haben,  damit sie  beim  Kaltstart
automatisch abgearbeitet wird.

; Kommandodatei INITIAL.SUB
; mit Textprozessorstart nach Kaltstart
B:TPKC

Der  Textprozessorstart aus einer Kommandodatei heraus kann sogar
bis  dahin  erweitert  werden,   daß  auch  automatisch  die   zu
bearbeitende Textdatei aufgerufen wird.

5.4. Aufruf der Kommandodateien

Zum  Aufruf  der  Kommandodateien dient das  residente  MicroDOS-
Kommando  INPUT (siehe Abschnitt 3.1.4.).  Die Form des  Aufrufes
ist in  den  Kommentaren der Dateien VORSYD.SUB  VORDUB1.SUB usw.
enthalten.

Ebenso kann mit

          < INITIAL.SUB

die Kommandodatei für den Kaltstart jederzeit erneut abgearbeitet
werden. Dabei wird allerdings kein erneuter Kaltstart ausgeführt.

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