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2. Grundlagen zur Nutzung der Diskette

Die  Handhabung des KC-Floppy-Systems in der CAOS-Betriebsart ist
sehr  einfach,  weil  sich die  Bedienoberfläche  des  KC-Floppy-
Systems  gegenüber der des Grundgerätes nicht verändert hat.  Neu
in  der  CAOS-Betriebsart  ist  die  zusätzliche  Verwendung  der
Diskette  als  externen Speicher für  Programme  und  Daten.  Das
folgende  Kapitel vermittelt die  wesentlichsten  Grundkenntnisse
zur Nutzung der Diskette.

2.1. Eigenschaften des Diskettenerweiterungsprogrammes

Das  Diskettenerweiterungsprogramm (DEP) bleibt zwar während  der
Arbeit in der CAOS-Betriebsart im Hintergrund,  doch es nimmt dem
Bediener  für die Diskette Verwaltungsarbeit ab,  die er bei  der
Arbeit mit dem Magnetband selbst organisieren muß: Es

-    sucht selbständig freien Speicherplatz auf der Diskette  zum
     Abspeichern einer Datei,
-    sucht  eine  Datei  auf  der Diskette und lädt sie  auf  ein
     entsprechendes Kommando hin in den Arbeitsspeicher  des  KC-
     Systems,
-    gibt    auf    ein   entsprechendes  Kommando     hin    das
     Inhaltsverzeichnis   der  Diskette  und  den   noch   freien
     Speicherplatz aus,
-    ermöglicht  das  unkomplizierte Umbenennen und  Löschen  von
     Dateien.

Dies sind alles Organisationsaufgaben, die bei der Arbeit mit dem
Magnetband viel Zeit in Anspruch nehmen.

DEP  ermöglicht  dem  KC-Floppy-System den  Diskettenzugriff  und
nimmt  damit  dem  Bediener  viel  Aufwand  beim  Verwalten   von
Programmen und Dateien ab.

2.2. Disketten

Zur  Arbeit in der CAOS-Betriebsart ist grundsätzlich eine  CAOS-
Diskette  erforderlich.  Ohne  CAOS-Diskette kann man  die  CAOS-
Betriebsart  nicht starten.  Es ist aber möglich,  CAOS-Disketten
auch  in der PC-Betriebsart zu  bearbeiten.  Grundkenntnisse  zum
Diskettenaufbau  und zum Diskettenformat sind deswegen nicht  nur
für die Diskettenarbeit in der CAOS-Betriebsart nützlich.

2.2.1. Aufbau einer Diskette
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Die  Diskette ist eine flexible Kunststoffscheibe (floppy  disk),
die mit einer magnetisierbaren Schicht versehen ist. Sie befindet
sich in einer nur an wenigen Stellen offenen Schutzhülle und  ist
in dieser frei beweglich. Die Diskette wird in dieser Schutzhülle
abgespielt,  um  Verschmutzungen  der  Magnetschicht  und   damit
Beschädigung  der  Informationen beim Handhaben der  Diskette  zu
vermeiden. Der prinzipielle Aufbau einer Diskette ist in Anlage 4
dargestellt.

Die  Daten  werden  in konzentrischen  Kreisen,  den  sogenannten
Spuren, auf der magnetischen Oberfläche gespeichert bzw. von dort
gelesen.  Dazu dient der Schreib-Lese-Kopf im Laufwerk,  der quer
zur Scheibe verschoben werden kann. Dieser Schreib-Lese-Kopf wird
z.  B.  beim  Lesen  über  der Spur  mit  den  gewünschten  Daten
positioniert.  Dann  wird  abgewartet, bis die gewünschten  Daten
infolge  der  Drehung  der Scheibe  unter  dem  Schreib-Lese-Kopf
erscheinen.

Um  die  Daten  auf der Diskette zu ordnen,  sind die  Spuren  in
Sektoren eingeteilt. Das Indexloch markiert den physischen Anfang
für  alle Spuren auf der Diskette.  Die Spuren  sind   numeriert.
Spur 0 ist die äußerste Spur.

Die rechteckige Schreibschutzkerbe am linken Rand der Schutzhülle
wird  im Laufwerk abgetastet.  Ist die Schreibschutzkerbe  offen,
wie  in  Anlage 4 dargestellt,  sind ein Schreiben und Lesen  auf
bzw. von der Diskette möglich. Soll von der Diskette  jedoch  nur
gelesen  werden,  muß  die  Schreibschutzkerbe  mit  einem  nicht
durchsichtigen Überkleber verschlossen werden.  Dieser Überkleber
bewirkt  einen Schreibschutz,  der unbeabsichtigtes Überschreiben
des Disketteninhaltes verhindert.

2.2.2. Diskettenformat einer CAOS-Diskette
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Der  Begriff  "Diskettenformat" bezeichnet nicht die  Abmessungen
einer Diskette, sondern die Ordnung von Spuren und  Sektoren, die
auf   einer  Diskette  realisiert  ist.   Bevor  man  mit   einer
fabrikneuen Diskette arbeiten kann,  muß diese formatiert werden.

Das   Formatieren  ist  ein  Vorgang,   in  dem  durch  bestimmte
Codierungen das Diskettenformat vorgezeichnet wird,  mit dem  die
Diskette bespielt werden soll.

Das Formatieren einer CAOS-Diskette erfolgt demzufolge als erster
Vorgang  bei ihrer Einrichtung (siehe Abschnitt  1.1.3.).  Danach
kann  erst  das  Bespielen mit dem Programmpaket  für  die  CAOS-
Betriebsart  erfolgen.  Da alle CAOS-Disketten über das  Programm
CAOSDISK.COM  der PC-Betriebsart eingerichtet werden,  haben alle
dasselbe Diskettenformat:

          5 * 1024 * 80 * 2   (Offset 2)

Die  Erläuterungen  zu diesen Angaben können Anlage  5  entnommen
werden.  Die Ordnung von Spuren und Sektoren,  die diesem  Format
entspricht,  ist in Anlage 4 veranschaulicht. Das Diskettenformat
einer CAOS-Diskette ist identisch mit dem der D004-Diskette.

2.3. Dateibezeichnung

Der   folgende   Abschnitt  behandelt  die   Bestandteile   einer
Dateibezeichnung  auf Diskette.  Wenn eine CAOS-Diskette auch  in
der  PC-Betriebsart  bearbeitbar  sein soll,  dann sind  für  die
Dateibezeichnung die beschriebenen Regeln einzuhalten.  Weiterhin
wird  der  neue Begriff Dateiattribut  eingeführt,  der  von  der
Magnetbandarbeit her unbekannt ist.

2.3.1. Allgemeine Form der Dateibezeichnung
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Die  Dateibezeichnung hat in Verbindung mit den auf die  Diskette
zugreifenden Kommandos die Aufgabe, die bezeichnete Datei auf der
Diskette zu identifizieren.  Die  Dateibezeichnung setzt sich aus
zwei Teilen zusammen, dem Dateinamen  und dem Dateityp, die durch
einen Punkt getrennt werden:

          NAME.TYP

Diese allgemeine Form sowie die speziellen Regeln zur Bildung von
NAME  und  TYP  haben bei allen  diskettenorientierten  Computern
Gültigkeit.  Auf  einer Diskette darf nur einmal eine  Datei  mit
ein und  derselben   Dateibezeichnung   auftreten,   d. h.    die
Dateibezeichnung  muß  auf  der Diskette  eindeutig  einer  Datei
zugeordnet sein.

In   der   CAOS-Betriebsart   erfolgt  bei   der   Angabe   einer
Dateibezeichnung  keine Umwandlung von Klein- in  Großbuchstaben,
wie   das  in  der  PC-Betriebsart  möglich  ist.   Deshalb  wird
empfohlen,   nur   Großbuchstaben   für  Name   und   Typ   einer
Dateibezeichnung  zu  verwenden,  um CAOS-Dateien  gegebenenfalls
unter MicroDOS in der PC-Betriebsart ansprechen zu können.

2.3.2. Dateiname
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Der  Dateiname  ist  frei wählbar und besteht  aus  maximal  acht
Zeichen des auf der  KC-Tastatur möglichen  Zeichenvorrates.  Die
Sonderzeichen

          < > . , : ; = * ? - { | } ~

dürfen jedoch nicht im Dateinamen verwendet werden.

Der Dateiname sollte mit Hilfe der "erlaubten" Zeichen so gewählt
werden,  daß  man erkennt,  was die Datei enthält bzw.  wozu  sie
dient.

          Beispiele von der CAOS-Diskette
          DEP       Diskettenerweiterungsprogramm
          FLOAD     Floppy-Disk LOAD
          SERVICE   Serviceprogramm für Diskettenoperationen  von
                    CAOS aus

2.3.3. Dateityp
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Der Dateityp dient dazu,  die Dateiart näher zu charakterisieren.
Der Dateityp  besteht  aus maximal drei Zeichen des auf  der  KC-
Tastatur möglichen Zeichenvorrates. Die Sonderzeichen

          < > . , : ; = * ? - { | } ~

dürfen auch im Typ nicht verwendet werden.

Bei  vielen  Programmen ist die Angabe des  Dateityps   unbedingt
erforderlich.  Oft besteht ein festgelegter Zusammenhang zwischen
einem  Programm und den Dateitypen der darin angesprochenen  oder
erzeugten Dateitypen.

Die  CAOS-Diskette enthält nach dem Einrichten  (siehe  Abschnitt
1.1.3.) z. B. Dateien der folgenden Typen

     COM  Befehlsdatei für die PC-Betriebsart
          (Maschinencodeprogramm)
     KCC  Befehlsdatei für die CAOS-Betriebsart
          (Maschinencodeprogramm)

Um  Befehlsdateien  für die beiden Betriebsarten  des  KC-Floppy-
Systems auseinanderhalten zu können,  tragen sie unterschiedliche
Dateitypenbezeichnungen.  Das  ist  auch  aus  Sicherheitsgründen
erforderlich,  denn COM-Dateien realisieren in der PC-Betriebsart
die transienten Kommandos,  und eine Befehlsdatei für  CAOS,  die
für  die Magnetbandarbeit auch mit COM bezeichnet wird,  läuft in
den meisten Fällen nicht in der PC-Betriebsart. Sie würde dort zu
undefinierten Zuständen des KC-Floppy-Systems führen.

Eine  Auswahl  weiterer Dateitypen,  die in der  CAOS-Betriebsart
auftreten können,  ist in Anlage 6 enthalten.  Dort sind auch die
Dateitypen der PC-Betriebsart angegeben.

2.3.4. Dateigruppenbezeichnung
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Oft  ist es wünschenswert,  nicht nur einzelne Dateien ansprechen
zu können,  sondern gleich Gruppen von Dateien.  Diese in  vielen
Fällen  vorteilhafte Vereinfachung der Arbeit mit Dateien ist mit
den Dateigruppenzeichen

    ? und *

möglich.

Das   Dateigruppenzeichen  "?"  steht  stellvertretend  für   EIN
beliebiges ZEICHEN,  das in der Dateibezeichnung erlaubt ist.  Es
bezieht  sich somit nur auf ein Zeichen an einer ganz  bestimmten
Position  in der Dateibezeichnung.  Das Dateigruppenzeichen  darf
mehrfach in einer Dateigruppenbezeichnung vorkommen.

Wird  eine  Dateibezeichnung im ERA-Kommando mit  ?  gewählt,  so
bezieht sich folglich das Kommando auf die Gruppe aller  Dateien,
die  in den Positionen dieses Dateigruppenzeichens ein beliebiges
Zeichen haben.  Nur im ERA-Kommando ist es möglich,  das "?"  als
Dateigruppenzeichen  einzusetzen.

Beispiel:

?????.KCC     Spricht die Gruppe aller Dateien des Typs  KCC  an,
              die   einen   maximal   fünfstelligen    Dateinamen
              besitzen, z. B. BASEX.KCC, DEVEX.KCC.

2.3.5. Dateiattribute
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Jeder Datei auf einer CAOS-Diskette kann ein bestimmtes  Attribut
zugeordnet werden. Das Dateiattribut legt die Nutzungsmöglichkei-
ten der Datei fest.  In der CAOS-Betriebsart gibt es zwei  Datei-
attribute:

WR              Dateien mit diesem Attribut können gelesen, umbe-
(write  read)   nannt,   überschrieben  oder  gelöscht  werden.
                (Standard)

RO              Dateien mit diesem Attribut können  nur  gelesen,
(read  only)    nicht überschrieben und nicht gelöscht werden.

Dateien,  die vom Anwender generiert werden,  haben das  Attribut
WR.  Die  Dateiattribute sind im Inhaltsverzeichnis der Diskette,
das über das Menüwort DIR angezeigt werden kann (siehe  Abschnitt
3.4.1.) nicht erkennbar.  Sie können über die Menüworte SETWR und
SETRO (siehe Abschnitte 3.4.3., 3.4.4.) zugeordnet werden.

Läßt  man  das Inhaltsverzeichnis einer CAOS-Diskette in der  PC-
Betriebsart  anzeigen, dann sind alle Dateien mit dem Attribut RO
mit einem R nach der Dateibezeichnung markiert.

2.4. CAOS-Kommandos der CAOS-Betriebsart

Bevor  ein  CAOS-Kommando  ausgeführt  werden  kann,  müssen  das
dazugehörige Kommandowort im CAOS-Menü und das Programm,  das das
Kommando  realisiert,  im  Speicher vorhanden  sein.  Das  heißt,
zusätzliche Kommandos für den Diskettenzugriff unter CAOS belegen
zusätzlichen  Speicherraum.  Die Programme für die Kommandos  der
CAOS-Betriebsart belegen unterschiedliche  Speicherbereiche.  Sie
sind   so  gewählt,   daß  sie  die  Arbeit  des   übergeordneten
Programmes,  für das sie den Diskettenzugriff ermöglichen sollen,
nicht   behindern.   Ihre  Speicherbereiche  sind  im  Kapitel  3
angegeben (siehe auch Anlage 11).

Der Aufruf eines CAOS-Kommandos hat sich in der  CAOS-Betriebsart
nicht  geändert.  Die CAOS-Kommandos,  die die  CAOS-Betriebsart,
also den Diskettenzugriff, ermöglichen  werden über das Kommando-
wort FLOAD von der Diskette nachgeladen. Die Namenangabe, die bei
Aufruf von FLOAD gefordert wird, muß der Dateibezeichnung auf der
Diskette entsprechen.

Eine Kommandozeile  besteht aus dem Kommandowort, an das sich  je
nach Art des Kommandos,  ein oder mehrere  durch Leerzeichen  ge-
trennte Parameter anschließen können.  Die Parameter bestehen aus
Hexadezimalzahlen.  Eine Kommandozeile darf nicht länger als eine
Bildschrimzeile  sein.  Die Ausführung der Kommandos  wird  durch
Drücken der Taste <ENTER> veranlaßt. Das Editieren in einer  Kom-
mandozeile  erfolgt durch die Cursortasten sowie die  Steuer- und
Editiertasten.

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